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Bundespolizei hat 2014 in der Region schon 850 Flüchtlinge aufgegriffen

Bundespolizei hat 2014 in der Region schon 850 Flüchtlinge aufgegriffen

Die Bundespolizei hat in diesem Jahr in der Region so viele illegale Flüchtlinge aufgegriffen wie seit langem nicht mehr. Experten vermuten, dass die Zahl noch deutlich höher ist.

Trier. Sie sind tagelang unterwegs, Tausende Kilometer, eingepfercht in kleinen Transportern, bevor ihre Odyssee dann irgendwo in Trier oder in der Eifel endet: Flüchtlinge, die illegal einreisen. Die Bundespolizei Trier schlägt nun Alarm. Die Zahl der von ihnen aufgegriffenen Flüchtlinge aus Syrien, Serbien, Mazedonien, Marokko und Bosnien-Herzegowina habe in diesem Jahr einen traurigen Rekord erreicht. 850 illegal Eingereiste hätten die Beamten seit Anfang des Jahres aufgegriffen. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahrs waren es 556, im Jahr davor 340. Und das sei nur die Spitze des Eisbergs, sagt Ralf Gnüchtel, Chef der Bundespolizei in Trier. Er geht davon aus, dass 2014 schon an die 1700 Flüchtlinge illegal eingereist sind; nicht jeder wird von der Polizei aufgegriffen.
149 dieser Flüchtlinge seien durch professionelle Schlepperbanden eingeschleust worden. Bis zu 15 000 Euro müssten Familien dafür bezahlen. Zumeist handele es sich um Familien mit kleinen Kindern, die die gefährliche Flucht, oft in überfüllten, viel zu kleinen Booten, über das Mittelmeer nach Griechenland oder Italien und von dort aus in Autos weiter bis nach Deutschland auf sich genommen haben. Erst am vergangenen Donnerstag sind vermutlich 500 Flüchtlinge aus Syrien, Palästina, Ägypten und dem Sudan vor der Insel Malta ertrunken. Schlepperbanden sollen ihr Schiff versenkt haben.
Den in der Region aufgegriffenen Flüchtlingen droht ein Strafverfahren. An ihre Schleuser selbst kommt die Polizei nur schwer heran. Gnüchtel schätzt, dass die Hälfte der aufgegriffenen Flüchtlinge kein Asyl beantragen, sondern sich illegal in Deutschland aufhalten oder durchreisen wolle.
Um die Zahl der Flüchtlinge zu reduzieren, sollen Asylbewerber aus Balkanstaaten künftig schneller ausgewiesen werden können. Am kommenden Freitag soll der Bundesrat nach dem Willen der schwarz-roten Bundesregierung beschließen, dass diese Länder als sichere Herkunftsländer gelten und Flüchtlinge von dort wieder abgeschoben werden dürfen. Die Grünen, die in Rheinland-Pfalz mit der SPD regieren, sind gegen diese Verschärfung des Asylrechts.