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Bundesregierung sieht kein Risiko beim Bau der Hochmoselbrücke

Bundesregierung sieht kein Risiko beim Bau der Hochmoselbrücke

Die Bundesregierung bezeichnet den Bau der Hochmoselbrücke unter Verweis auf Fachleute als technisch beherrschbar. Mit Bauverzögerungen aufgrund eines Spezialgutachtens, das im Frühjahr vorliegen soll, rechnet der Bund nicht.

Noch immer wird diskutiert, ob der Bau der Hochmoselbrücke zwischen Ürzig und Zeltingen-Rachtig (Kreis Bernkastel-Wittlich) riskant ist. Während auf der Hunsrückseite die Verankerung der Brückenpfeiler im Boden gelungen ist, gibt es auf der Eifelseite Probleme mit dem Hang, der als rutschgefährdet gilt. Jetzt wird laut Bundesregierung der letzte Brückenpfeiler statisch geprüft.

In der Antwort auf eine Anfrage der Trierer Bundestagsabgeordneten Katrin Werner (Linke) zeigt sich das von Alexander Dobrindt (CSU) geführte Bundesverkehrsministerium überzeugt, dass "alle notwendigen Erkenntnisse zum Bau der Brücke vorliegen". Seit 1999 würden Geo-Messdaten vom Ürziger Hang erhoben, dies werde fortgesetzt. Fazit: "Die Fachleute, die das Projekt seit Jahren begleiten, halten den Bau der Brücke an diesem Standort auch vor dem Hintergrund der geologischen Rahmenbedingungen für beherrschbar."

Das habe 2008 auch der Leiter des Geologischen Landesamtes, Harald Ehses, erklärt, heißt es in Berlin. Ehses hatte allerdings auch die jüngsten Diskussionen mit seiner Warnung vor Risiken ausgelöst, woraufhin ihm Wirtschaftsministerin Eveline Lemke einen "Maulkorb" verpasste. Ehses darf erst wieder reden, wenn Ergebnisse das Spezialgutachtens über den Verlauf von Sickerwasser im Boden vorliegen.

Der Hochmoselübergang kostet voraussichtlich 374,5 Millionen Euro. Bis Ende 2013 sind davon 186,3 Millionen Euro ausgegeben worden. Laut Bundesregierung erfolgt derzeit eine "Kostenfortschreibung zu allen Bauabschnitten". Anhaltspunkte für eine Verdoppelung der Kosten habe man nicht. Diese Befürchtung hat die Linke im Bundestag geäußert. Der Bund trägt als Auftraggeber die Kosten, das Land führt den Bau aus.

Während Landesverkehrsminister Roger Lewentz (SPD) "ausdrücklich begrüßt", dass der Bund die Einschätzung des Landes teile, spricht Georg Laska von der Bürgerinitiative Pro Mosel von "schwammigen Antworten".

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