Bundeswehr prüft Hilfe bei Kampf gegen Borkenkäfer

Bundeswehr prüft Hilfe bei Kampf gegen Borkenkäfer

Das grüne Umweltministerium in Mainz hat die Bereitschaft der Bundeswehr zu Hilfseinsätzen im Kampf gegen die verheerende Borkenkäferplage im Wald gewürdigt - sieht aber wenig Erfolgsaussichten. Rheinland-Pfalz habe den jetzt „vom Bundesministerium beschriebenen Weg, länderseitig entsprechende Fachgespräche mit den militärischen Landeskommandos vor Ort zu führen“, bereits im Frühjahr vergeblich eingeschlagen, teilte das Ministerium von Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) auf Anfrage in Mainz mit.

Die zuständige Kommandobehörde der Bundeswehr habe auf verfassungsrechtliche Bedenken solcher Einsätze hingewiesen. Diese stünden im Widerspruch zu internen Dienstvorschriften der Bundeswehr, habe es geheißen.

„Angefragt waren Entrindungsarbeiten als biozidfreie Waldschutzmaßnahme zur Eindämmung von Borkenkäfermassenvermehrungen“, berichtete die Sprecherin des Umweltministeriums, Josephine Keller. Diese seien für das laufende Jahr jetzt nicht mehr erfolgversprechend zu organisieren.

Das saarländische Umweltministerium äußerte sich skeptisch: „Die Aufgabe unserer Forstleute besteht derzeit vor allem darin, befallene Bäume möglichst schnell zu fällen und aus dem Wald zu holen“, sagte ein Sprecherin des Umweltministeriums von Reinhold Jost (SPD). Diese Aufgabe bleibe den Forstleuten vorbehalten. „Hier sehen wir kein Betätigungsfeld für Soldaten“, sagte sie.

Die Bundeswehr prüft im Kampf gegen die Borkenkäferplage in deutschen Wäldern einen Hilfseinsatz. Der Truppe lägen aus verschiedenen Regionen Anfragen vor, Amtshilfe zu leisten, hieß es im Verteidigungsministerium. Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) bat darum, dass sich die Länder mit den militärischen Landeskommandos vor Ort in Verbindung setzen. Nötig seien „präzise Fachgespräche unter Beteiligung der Betroffenen“.

Mitteilung Bundeswehr

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