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Burg Eltz: Eintritt, Anfahrt, Wanderwege - Die Fakten zum Ausflugsziel

Sehenswürdigkeit : Burg Eltz: Eintritt, Anfahrt, Wanderwege - Die Fakten zum Ausflugsziel

Der Anblick der großen Burg Eltz hat schon viele Touristen in ihren Bann gezogen. Ihre Lage hoch über dem Wald ist beeindruckend und hat zu ihrer außergewöhnlichen Geschichte beigetragen.

Sie ist eine der bekanntesten Burgen Deutschlands und wirkt optisch ein wenig so, als sei sie einem Märchen entsprungen. Die Burg Eltz ist eine der bekanntesten Ausflugziele und eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten in Rheinland-Pfalz. Erbaut worden ist sie bereits im zwölften Jahrhundert. Sie ist wunderschön gelegen inmitten eines Waldes. Das macht einen Ausflug besonders attraktiv, denn man kann nicht nur das historische Gemäuer und die zahlreichen Attraktionen im Innern besichtigen und so das Mittelalter erleben, sondern auch schöne Wanderungen oder Radtouren in der direkten Umgebung der Burg Eltz erleben.

In welchem Ort liegt die Burg Eltz?

Die Burg Eltz gehört zum Ort Wierschem. Der Ort liegt im Kreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Der Ort liegt nur zwei Kilometer von der Stadt Münstermaifeld und nur drei Kilometer von der Mosel entfernt. Daher ist die Burg Eltz ein attraktives Ausflugziel für Touristen, die ihren Urlaub an der Mosel verbringen.

Was kostet der Eintritt für die Burg Eltz und welche Öffnungszeiten gibt es?

Wer die Burg Eltz besichtigen möchte, muss Eintritt bezahlen. Für Erwachsene kostet er zwölf Euro, für Kinder sieben Euro. Gruppen ab 20 Personen zahlen elf Euro pro Person. Kinder zahlen in Gruppen sechs Euro pro Kind. Für 32 Euro gibt es eine Familienkarte. Sie gilt für zwei Erwachsene und zwei Kinder (Stand: März 2022).

Geöffnet hat die Burg Eltz übrigens nicht das ganze Jahr. Ein Besuch ist nur vom 1. April bis 1. November möglich. Die Eintrittskarten gibt es direkt am Burgtor. Die letzte wird um 17 Uhr verkauft.

In kurzen Abständen starten immer wieder Führungen durch die Burg. Sie dauern jeweils rund 45 Minuten und finden zwischen April und November statt. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten. Die letzte Führung startet um 17.30 Uhr. Neben den normalen Führungen werden auch spezielle Kinderführungen angeboten. Die Schatzkammer dürfen die Besucher der Burg Eltz selbstständig erkunden und dort zahlreiche Exponate bestaunen. Geöffnet hat die Schatzkammer zwischen 9.30 Uhr und 18.15 Uhr. Tiere haben keinen Zutritt zu den Innenräumen der Burg Eltz.

 Die einzigartige Architektur springt sofort ins Auge.
Die einzigartige Architektur springt sofort ins Auge. Foto: dpa/Frank Rumpenhorst

Anfahrt zur Burg Eltz

Wer die Burg Eltz besucht, fährt am besten über Münstermaifeld und Wierschem zum Parkplatz der Burg. Die Parkgebühr beträgt zwei Euro, für Wohnmobile vier Euro. Von dort kann man für zwei Euro mit einem Pendelbus weiter zur Burg fahren oder auf dem 1,3 Kilometer langen Fußweg zur Burg wandern. Das ist besonders zu empfehlen, da der Weg leicht ist und sich unterwegs ein schönes Panorama bietet. Eine schöne Alternative ist die Anreise per Schiff über die nicht weit entfernte Mosel. Per Schiff kann man über die Mosel Treis-Karden erreichen. Dort startet der Burgenbus, der Besucher zur Burg Eltz bringt.

Ist die Burg Eltz noch bewohnt?

Anders als viele andere Burgen und Schlösser in Deutschland ist die Burg Eltz im Privatbesitz und gehört nicht einem Bundesland oder einer Stadt. Bewohnt ist Burg Eltz aber dennoch nicht.

Seit mehr als 850 Jahren ist die Burg Eltz im Familienbesitz der Adelsfamilie Eltz. Ihr aktueller Besitzer ist Dr. Karl Graf und Edler Herr von und zu Eltz-Kempenich, genannt Faust von Stromberg. Die Familie unterteilt sich in eine gräfliche Linie und eine freiherrliche Linie. Der aktuelle Eigentümer ist Teil der gräflichen Linie. Ihm gehört neben der Burg auch noch der Eltzer Hof in Eltville am Rhein. Dort und in Frankfurt am Main wohnt der Besitzer. Seine Aufgabe ist es, die Burg Eltz zu erhalten, sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und weiterzuvererben. Die Adelsfamilie Eltz wird erstmals in einer Schenkungsurkunde von 1157 erwähnt. Die drei Brüder Elias, Wilhelm und Theoderich teilten die Burg Mitte des 13. Jahrhunderts unter ihren Familien auf. Seit damals gab es drei Linien der Familie. Nachdem eine Linie ausgestorben war und 1815 eine zweite Linie ihren Anteil an die dritte Linie verkaufte, ist die Burg Eltz wieder im Alleinbesitz der Linie Eltz-Kempenich.

 Der Rittersaal der Burg Eltz.
Der Rittersaal der Burg Eltz. Foto: Trierischer Volksfreund/Sabine Kolb

Was ist besonders an der Burg Eltz?

Burg Eltz ist eine echte Besonderheit, denn sie wurde nie zerstört und befindet sich deshalb bis heute im Originalzustand. In der langen Geschichte der Burg gab es nur eine kriegerische Auseinandersetzung. Im 14. Jahrhundert wollte Balduin von Luxemburg, der damalige Erzbischof und Kurfürst in Trier, sein Territorium erweitern. Die Ritter von Eltz schlossen sich mit anderen Burgen aus der Umgebung zusammen und widersetzten sich dem Erzbischof. Die Ritter von Eltz wurden schließlich Lehnsleute des Kurfürsten von Trier. Die drei Linien der Familie bauten sich innerhalb der Burg eigene Häuser, was die Burg architektonisch herausragend macht, denn sie sind im Stile der Renaissance und des frühen Barock gebaut worden. Die Türme der Burg Eltz sind zwischen acht und 35 Meter hoch. Weil sich die Familie im 17. Jahrhundert stets diplomatisch geschickt verhielt, geriet man danach nicht mehr in kriegerische Auseinandersetzungen. Deshalb ist die Burg Eltz eine der wenigen Burgen in ganz Europa, die nie zerstört wurden. Der aktuelle Besitzer ist bereits die 34. Generation, der die Burg gehört.

Die Burg Eltz bietet zahlreiche Attraktionen. Sie liegt auf einem 70 Meter hohen Felsen und ist von drei Seiten vom Elzbach umschlossen. Umgeben ist die Burg vom Eltzer Wald, der ein wahres Naturparadies ist. Er lädt auf zahlreichen Wegen zum Wandern ein.

Weil die Familie in drei Linien aufgeteilt war und es damit immer wieder bauliche Veränderungen gab, ist der Innenhof der Burg eine Reise durch 500 Jahre Baugeschichte. Auch bei den Führungen werden die unterschiedlichen architektonischen Stile sichtbar und sind eine Überraschung für die Besucher. Ein besonderer Hingucker sind auch die vielen historischen Möbel, die allesamt zur Originalausstattung der Burg gehören. Wie bei anderen Ritterburgen darf natürlich auch auf Burg Eltz ein richtiger Rittersaal nicht fehlen. Dort zu sehen sind bedeutende Rüstungen, Wappen und Waffen. Der Rittersaal war früher ein wichtiger Treffpunkt für die Eltzer Rittersleut.

Doch es geht nicht nur martialisch zu. Burg Eltz beherbergt auch zahlreiche Kunstgegenstände. Zu ihnen gehört unter anderem die "Madonna mit dem Kinde und Weintrauben" von Lucas Cranach dem Älteren. Hingucker in der Schatzkammer ist das fahrfähige Trinkspiel "Jagdgöttin Diana auf einem Hirsch" von Joachim Friess, das um 1600 entstanden ist. Auch "Die Völlerei von der Trunksucht befördert", ein Meisterwerk des Nürnberger Gold- und Silberschmiedes Christoph Lindberger aus dem Jahr 1557, gehört zu den Höhepunkten der Besichtigung.

Die Rüst- und Schatzkammer der Burg Eltz gilt als eine der bedeutendsten in ganz Europa. Sie beherbergt kostbare Gold- und Silberschmiedearbeiten, Porzellan, Schmuck, Glas, Elfenbein, Münzen, Kuriositäten und Waffen. Die meisten Stücke der Gold- und Silberschmiedekunst stammen aus Augsburg und Nürnberg. Sie bilden den Mittelpunkt der Schatzkammer. Die Besucher können die Schatzkammer selbstständig erkunden. Alle Exponate sind beschriftet.

 Die Innenräume sind nicht weniger beeindruckend als das Äußere der Burg.
Die Innenräume sind nicht weniger beeindruckend als das Äußere der Burg. Foto: Trierischer Volksfreund/Sabine Kolb

Zum Wandern: Was kann man rund um Burg Eltz erleben?

Aber nicht nur die Burg an sich ist einen Besuch wert. Auch die direkte Umgebung lädt zu schönen Ausflügen und Wanderungen ein. Die Burg hat keine modernen Bauten in der Umgebung, sondern liegt inmitten von beinahe unberührter Natur. Das macht das Erlebnis Mittelalter erst richtig perfekt. Mehr als 300 Hektar des Waldes sind Naturschutzgebiet. Im Wald finden sich viele besonders seltene Baumarten aus Deutschland und dem Ausland. Zahlreiche Biotope machen den Wald zu einem besonderen Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Daher ist es besonders wichtig, die markierten Wege nicht zu verlassen, damit die Natur unverletzt bleibt.

Besonders schön ist der "Traumpfad Eltzer Burgpanorama". Er gilt als einer der schönsten Wanderwege in der Eifel. Die Route führt vom Maifeld ins Tal der Elz und schließlich zur Burg. Zu Beginn sind Rapsfelder zu sehen, und in der Ferne lassen sich Hunsrück, Taunus und Westerwald erahnen. Der Weg ist rund 12,6 Kilometer lang und für geübte Wanderer zu empfehlen. Rund fünf Stunden Zeit sollte man einplanen.

Die schönste Aussicht unterwegs ist freilich die auf die Burg Eltz. Von hier lassen sich perfekte Erinnerungsfotos schießen. Auf dem Weg liegt aber auch die Ringelsteiner Mühle. Und zwischendurch kann man im Elzbach die Füße kühlen.

Andere Wanderwege rund um die Burg sind kürzer und weniger anspruchsvoll. So gibt es den Wanderweg "Den romantischen Elzbach hinauf". Er ist 2,5 Kilometer lang und dauert 35 Minuten. Er startet an der Ringelsteiner Mühle in Moselkern und führt immer am Elzbach entlang. Das sorgt für kühle Temperaturen. Die Steigungen zwischendurch sind nur mittelschwer. Am Ende liegt die Burg Eltz. Geübte Wanderer wählen den Wanderweg "Vom Müdener Berg zur Burg Eltz". Für die 1,7 Kilometer brauchen Wanderer rund 35 Minuten auf einer sportlichen Route. Unterwegs wird es an einigen Stellen richtig steil. Wer diese Mühe auf sich nimmt, wird dafür aber mit dem Blick auf gleich zwei Burgen belohnt. Außer der Burg Eltz lässt sich unterwegs nämlich auch die in der Nachbarschaft gelegene Burg Pyrmont entdecken. Ebenfalls für geübte Wanderer ist der Wanderweg von Karden zur Burg Eltz. Für die rund sieben Kilometer braucht man gute zwei Stunden. Dafür gibt es unterwegs einen Blick auf die Mosel. Der Weg führt unter anderem durch Weinberge.

Weil die Burg Pyrmont in der Nachbarschaft der Burg Eltz liegt, kann man natürlich auch von Burg zu Burg wandern und vielleicht zwei Burgen an einem Tag erleben. Die Wanderung führt über eine Strecke von rund 9,5 Kilometern, für die man zweieinhalb Stunden braucht. Auf dieser Wanderung erleben Besucher das Elzbachtal von seiner schönsten Seite. Und wer nicht so gut zu Fuß unterwegs ist, kann sich zwischen den Burgen mit dem Burgenbus fahren lassen.