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Burg Olbrück: Wo sich Erd- und Kulturgeschichte begegnen

Geschichte und Tourismus : Burg Olbrück: Wo sich Erd- und Kulturgeschichte begegnen

Burg Olbrück in Niederdürenbach nahe des Laacher Sees hat bereits 15 Familien gehört und steht auf einem Naturdenkmal. Wir verraten, was Sie über die Geschichte der Burg wissen sollten und wann sie besichtigt werden kann.

Wo liegt die Burg Olbrück?

Weithin sichtbar ragt der Turm von Burg Olbrück im Rheinland-Pfälzischen Niederdürenbach inmitten der Eifel in den Himmel empor. Von seiner Aussichtsplattform, einem Flachdach, aus hat man einen fantastischen Blick auf die umgebende Landschaft und bei klarer Sicht sogar bis ins Siebengebirge und zum Dom in Köln. Nur eine halbe Autostunde Fahrt vom Laacher See entfernt, gehört die Ruine der einst stattlichen Burg zur Vulkanregion Laacher See. Burg Olbrück ist die einzige ehemalige Höhenburg in der Eifel, die vom Rhein aus zu sehen ist, da sie auf einer rund 460 Meter hohen Phonolithkuppe, einem magmatischen Gestein, erbaut wurde. Somit treffen in Burg Olbrück mittelalterliche Geschichte und die Erdgeschichte in Gestalt des Vulkanismus aufeinander. Die Burg selbst ist Wahrzeichen des Brohltals und eine beliebte Touristenattraktion.

Wie alt ist Burg Olbrück?

Burg Olbrück ist eine mittelalterliche Burg, zu der zehn Dörfer gehörten. Sie wurde wohl um das Jahr 1100 nach Christus erbaut, aus dieser Zeit sind aber keine Reste erhalten. Im 12. und 13. Jahrhundert lebten die Grafen von Olbrück auf der Burg, die heute zum Landkreis Ahrweiler gehört. Bei ihrem 34 Meter hohen verputzten Turm mit bis zu fünf Meter dickem Mauerwerk handelt es sich, nimmt man es genau, um keinen Bergfried, sondern um einen Wohnturm. Er wurde wohl Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut. Somit ist er der älteste erhaltene Teil der Festung.

Außer dem Turm gibt es noch Reste der Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie Teile der ehemaligen Ringmauer. Der Wohnturm wurde unter den auf die Grafen von Olbrück folgenden Herren von Eich während eines Ausbaus der Burg errichtet. Gleichzeitig wurde Burg Olbrück zu einer Ganerbenburg ausgebaut. Das ist eine Burganlage, die von mehreren Familien oder Familienzweigen bewohnt und verwaltet wurde.

Während des Dreißigjährigen Krieges und des Pfälzischen Erbfolgekriegs Mitte und Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Burg weitgehend zerstört. Ab 1797 wurde die Burg nicht mehr bewohnt. Als die Franzosen das Rheinland besetzten, konfiszierten sie die Burg und nutzten sie als Steinbruch. 1815 kaufte der preußische Staat die Festungsanlage und verhinderte so, dass sie weiter abgebrochen wurde. Seit den 1870er-Jahren wurde die Ruine renoviert, der Wohnturm wurde 1875 restauriert, allerdings verfiel die Burg im 20. Jahrhundert zusehends, auch in Folge von Vandalismus.

Burg Olbrück: Wo sich Erd- und Kulturgeschichte begegnen
Foto: Getty Images/iStockphoto/Markus Volk

Wie hoch ist die Burg Olbrück?

Nimmt man die Phonolithkuppe, die wegen ihrer Form auch Phonolithdom genannt wird, und den Wohnturm zusammen, ist die Burg Olbrück 294 Meter hoch. Der Turm selbst wurde als Wohnraum genutzt und besteht aus fünf Etagen, die heute zum Teil als Museum dienen und in denen sich jeweils Gewölbedecken finden.

Wem gehört die Burg Olbrück?

Der heutige private Eigentürmer ist ein slowakischer Finanzberater – insgesamt hat die Burg seit ihrer Errichtung um die 15 Familien gehört. Nachdem der Burgberg selbst, also der Phonolithkegel, auf dem Burg Olbrück erbaut wurde, 1986 zum Naturdenkmal erklärt worden war, übernahm Hermann Höfer, der damalige Bürgermeister der Verbandsgemeinde Brohltal, Burg Olbrück, die dann auch als Denkmal geschützt wurde, zur Pacht. Nach umfangreichen archäologischen Untersuchungen und Sanierungen ist die Burganlage seit Herbst 2001 wieder für Besucher geöffnet und erfreut sich bei Touristen großer Beliebtheit – jährlich kommen circa 20.000 Menschen, um die Burg zu besichtigen. Seit 2008 erinnert eine Allee aus 18 Ahornbäumen nebst einer Gedenktafel an den verdienstvollen Bürgermeister – die Allee wurde zu seinen Ehren „Hermann-Höfer-Allee“ genannt.

Kann man die Burg Olbrück besichtigen?

Burg Olbrück kann von Ostern bis zum 31. Oktober besichtigt werden, und zwar in der Zeit von 10 bis 18 Uhr. Allerdings ist derzeit die Kastellaney geschlossen, sodass es keinen Kiosk und keine fest installierten Toilettenanlagen gibt. Für alle Fälle steht aber ein Dixi-Klo zur Verfügung. An jedem ersten Sonntag im Monat von Mai bis Oktober werden Burgführungen angeboten, durch die es die Möglichkeit gibt, auch den Wohnturm zu besichtigen. Dafür muss man rund 150 Treppenstufen auf sich nehmen, bekommt jedoch, oben angekommen, auch einen Einblick in die Geschichte der Burg. Die Führungen können bei der Tourist-Information Ferienregion Laacher See gebucht werden. In der Vorburg gibt es zudem einen tollen Kinderspielplatz – in Gestalt einer alten Ritterburg. Und bei dem audiovisuellen Rundgang um die Ruine tauchen Erwachsene und Kinder tief in das mittelalterliche Leben ein und erfahren dabei ganz einfach Geschichte zum Begreifen.