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Bus- und Bahntickets dürfen nicht schon wieder teurer werden

Bus- und Bahntickets dürfen nicht schon wieder teurer werden

Gute Nachricht für Bus- und Bahnnutzer in der Region: Die für April geplante Erhöhung der Fahrkartenpreise kommt vorerst nicht. Sie wurde von der Aufsichtsbehörde zunächst nicht genehmigt. Den Busunternehmen fehlen dadurch angeblich mehrere Hunderttausend Euro, sie drohen damit, Linien einzustellen.

Trier. Der Streit um die Finanzierung des Busverkehrs in der Region geht in die nächste Runde: Die für den öffentlichen Nahverkehr zuständige Aufsichtsbehörde, der Landesbetrieb Mobilität (LBM), hat die vom Verkehrsverbund Region Trier (VRT) ab 1. April geplante Preiserhöhung um zwei Prozent abgelehnt. Begründung: Es bestehe kein Anlass, nach der vom LBM genehmigten Erhöhung der Fahrkartenpreise im Januar um 4,6 Prozent erneut die Tarife zu erhöhen. Eine Preiserhöhung um insgesamt 6,6 Prozent innerhalb weniger Monate falle außerdem "landesweit aus dem Rahmen", heißt es in dem Schreiben des LBM an den Verkehrsverbund.
Der Landesbetrieb hat angekündigt, die vom VRT beantragte Erhöhung zum April einer Preisprüfung zu unterziehen. Das heißt: Die Behörde lässt sich nun die Kosten und Erlöse aller 14 im VRT zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen aus dem vergangenen Jahr vorlegen und überprüft anhand dieser Zahlen, ob eine Tariferhöhung gerechtfertigt ist. Angemessen ist eine solche Erhöhung laut LBM, wenn damit die Kosten der Unternehmen gedeckt werden und sie noch eine ausreichende Verzinsung und Tilgung des Anlagekapitals sowie notwendige Investitionen zulässt. Der LBM will erst im März mit dieser Preisprüfung beginnen. Noch ist unklar, wann ein Ergebnis vorliegt. "Wir wissen noch nicht, ob und falls ja wann die Fahrpreise erhöht werden", sagt VRT-Sprecherin Karin Besel.
Es ist zum ersten Mal, dass eine von einem Verkehrsverbund in Rheinland-Pfalz beantragte Preiserhöhung vom LBM auf diese Weise geprüft wird. Der Bitburg-Prümer Landrat Joachim Streit, Vorsitzender des Zweckverbands VRT, in dem die vier Kreise und die Stadt Trier zusammengeschlossen sind, begrüßt die Preisüberprüfung.
Laut Streit fehlten den Verkehrsunternehmen 2010 insgesamt rund 500 000 Euro. Daher sei die bereits im vergangenen Jahr beschlossene Preiserhöhung im April gerechtfertigt. Demnach würden die Einzelfahrkarten zwischen fünf und 50 Cent teurer, Monatskarten um bis zu vier Euro, und das Schülerticket würde bis 3,30 Euro mehr kosten.
Der VRT hatte die Preiserhöhung damit begründet, dass die Einnahmen nicht mehr ausreichten, um die Kosten der Unternehmen zu decken. "Solch pauschale Aussagen" seien nicht geeignet, um eine Tarifanpassung von insgesamt 6,6 Prozent zu begründen, heißt es in dem Schreiben des LBM. "Ein ständiges Drehen an der Einnahmeschraube" könne nicht die Lösung sein.
Nach TV-Informationen denken Verkehrsunternehmen in der Region bereits darüber nach, Linien einzustellen, wenn die Preiserhöhung nicht genehmigt wird. Sie könnten ohne diese nicht kostendeckend fahren, heißt es.
Das Busunternehmen Moselbahn hatte kürzlich angekündigt, die bis zum Jahresende laufende Konzession für Buslinien auf dem Saargau bereits im April zurückzugeben, weil der Busverkehr dort mangels Fahrgästen nicht mehr kostendeckend zu betreiben sei. VRT-Vorsitzender Streit hatte damit gedroht, dass ohne höhere Ticketpreise kein flächendeckender Busverkehr in der Region mehr möglich sei. Das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium forderte den VRT daraufhin auf, unrentable Strecken zu streichen.