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Butter immer teurer: Experten erwarten weiterhin Anstieg von Preisen

3-Euro-Hürde gebrochen : Butter wird immer teurer – kein Ende bei Preissteigerungen in Sicht

Der Blick der Verbraucher ins Butterregal der Supermärkte zeigt immer höhere Preise. Einige Marken haben nun die 3-Euro-Hürde geknackt. Doch ein Ende ist nicht in Sicht.

An der Supermarkt-Kasse müssen Verbraucher aktuell immer tiefer in die Tasche greifen. Nachdem in den vergangenen Wochen besonders die Preise für Speiseöle gestiegen waren, erklimmt nun der Butterpreis neue Höhen.

Ein Blick in die Preisvergleichs-App smhaggle verrät, dass mehrere Markenbutter mittlerweile die Drei-Euro-Hürde gebrochen haben. Betroffen sind Produkte der Hersteller „Kerrygold“, „Meggle“ und „Weihenstephan“. Die Preisspanne für eine 250-Gramm-Packung reicht derzeit von 3,19 bis 3,39 Euro.

Selbst Branchenexperten sind über das Maß der Preissteigerungen erstaunt. So sagte Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des Milchindustrie-Verbands, der „Mitteldeutschen Zeitung“ gegenüber: „Die Preise steigen in einem Ausmaß, das habe ich noch nicht erlebt.“ Der Verbandschef erwarte zudem, dass sich die Preise weiter erhöhen werden.

In Rheinland-Pfalz kostete Butter im April bereits sieben Prozent mehr als im Vormonat. Das ergeben Zahlen des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz.

Gründe für den Preisanstieg bei Milchprodukten

Die Statistiker vom Landesamt sehen für den Preisanstieg vor allem die gestörten Lieferketten angesichts der Corona-Pandemie und des Kriegs in der Ukraine verantwortlich. Besonders seit Beginn des Ukraine-Krieges sind die Preise für Milchprodukte stark angestiegen. Im März lagen die Butterpreise laut Statistischem Bundesamt im Vergleich zum Vorjahr um 56 Prozent höher, im April folgten weitere Preissteigerungen. Anfang April kostete Butter in vielen Supermärkten bereits mehr als zwei Euro.

Butter immer teurer: Experten erwarten weiterhin Anstieg von Preisen
Foto: dpa/Uwe Anspach

Insgesamt haben sich die Produktionskosten für die Milchproduzenten rasant erhöht – auch wegen der steigenden Energiekosten. Landwirte sind aktuell mit höheren Kosten für Futtermittel, Dünger und Kraftstoffen konfrontiert.

Wie die Preise in kürzester Zeit in die Höhe schießen, zeigt auch ein Blick auf die Süddeutsche Butter- und Käsebörse in Kempten. Dort kostet das Kilogramm geformte Markenbutter aktuell zwischen 7,64 Euro und 7,90 Euro pro Kilogramm. Dabei hatte der Preis in der Vorwoche noch zwischen 7,04 Euro und 7,30 Euro. Hier sind kurzfristig also deutliche Steigerungen von 60 Cent pro Kilogramm zu erkennen.

Branchenvertreter fordern weiter höhere Preise

Doch dass dies nun das Ende der Steigerungen sein könnte, bleibt unwahrscheinlich. Branchenvertreter betonen derzeit, dass es nötig sei, die Preise für die Verbraucher weiter anzuheben: „Erhöhungen müssen sein, sonst droht Unternehmen unserer Größenordnung der Exitus“, schreibt zum Beispiel Heinrich Gropper, Inhaber der Molkerei Gropper in der Lebensmittel Zeitung. Denn neben den Energiepreisen seien auch die Preise für Verpackungen und Kartonagen gestiegen.

Ähnlich äußerte sich der Chef des Nahrungsmittelherstellers Hochland Peter Stahl gegenüber der Lebensmittelzeitung. Auch er hält Preisanstiege für nötig: „Die Molkereien brauchen Preiserhöhungen so schnell und massiv wie nie. Eine ähnliche Situation habe ich in den 28 Jahren bei Hochland nicht erlebt.“

Es könnte für die Verbraucher also nicht der letzte Preisanstieg gewesen sein.