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Cattenom soll trotz Pannenserie 20 Jahre länger am Netz bleiben

Cattenom soll trotz Pannenserie 20 Jahre länger am Netz bleiben

Die Pannenserie im Kernkraftwerk Cattenom reißt nicht ab. Gestern wurde erneut ein Reaktorblock abgeschaltet. Trotzdem macht die zuständige lothringische Regionalregierung klar, dass die Anlage nicht abgeschaltet wird.

Cattenom. Zwei Pannen innerhalb weniger Tage im letzten von insgesamt vier Blöcken im Kernkraftwerk Cattenom: Am Mittwoch wurde die Einheit abgeschaltet. Als Grund nannte der Betreiber, der französische Energiekonzern EDF, ein Problem am Haupttransformator. Jeder der vier Blöcke hat einen solchen Transformator, mit dem der dort produzierte Strom auf die Netzspannung hochtransformiert wird. Vor zehn Tagen hat im selben Block bereits eine defekte Messeinheit am Kernreaktor zu einer Abschaltung geführt. Im August sind 58 000 Liter Salzsäure wegen einer fehlenden Leitung ausgetreten und in die Mosel geflossen.
Angesichts der anhaltenden Pannenserie fordern Luxemburg, das Saarland und Rheinland-Pfalz seit längerem die Abschaltung der seit 1986 bestehenden Anlage. Doch der Präsident des lothringischen Regionalrates, Patrick Weiten, machte gegenüber der Luxemburger Tageszeitung Tageblatt klar, dass es keine Abschaltung geben werde. "In Deutschland wird das Abschalten von Cattenom gefordert. Aber gleichzeitig erhält Deutschland Strom aus Cattenom", sagte Weiten der Zeitung.
Bei der Herbstversammlung des Regionalrates in Metz kündigte Weiten an, dass EDF für die Generalüberholung des Kraftwerks in den nächsten Jahren 3,5 Milliarden Euro investieren werde. Ziel sei, die bislang auf 40 Jahre begrenzte Laufzeit um weitere 20 Jahre zu verlängern. Außerdem würden durch die Maßnahmen 2000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Daher sei die Generalüberholung ein wichtiger Beitrag zum Abbau der Arbeitslosigkeit in Lothringen, sagte Weiten bei der Versammlung des Regionalrates.