CDU denkt an duale Erzieherausbildung

CDU denkt an duale Erzieherausbildung

Die CDU-Landtagsfraktion beklagt einen steigenden Fachkräftemangel in den Kindertagesstätten, gegen den die Landesregierung zu wenig unternehme. Die Union fordert, über eine duale Berufsausbildung nachzudenken.

Mainz. Häufige Personalwechsel, vakante Stellen, steigende Arbeitsbelastung der Erzieherinnen, Unruhe bei Kindern und Eltern: Diese Probleme trüben laut CDU-Landtagsfraktion den Alltag in vielen Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz. Die Qualität der frühkindlichen Bildung sei in Gefahr, mahnt Simone Huth-Haage, familienpolitische Sprecherin der CDU.
Die Union beruft sich auf ein Gutachten, das die Landesregierung 2010 beauftragt hatte. Professor Stefan Sell von der Fachhochschule Koblenz fand damals heraus, 2000 bis 5000 Erzieherinnen würden im Land bis 2013 fehlen. Nach Meinung des Experten sei das bei einem Bruttogehalt von 1900 bis 2400 Euro und teils widrigen Bedingungen am Arbeitsplatz kein Wunder. Die CDU beklagt nun, die rot-grüne Landesregierung habe kaum auf die alarmierenden Ergebnisse des Sell-Gutachtens reagiert. Die Fachschulkapazitäten für die Ausbildung von Erzieherinnen seien bis 2009 gesunken und erreichten aktuell erst wieder das Niveau von 2006. Dass der Bedarf an Kita-Plätzen stetig steige, werde ignoriert.
Die CDU schlägt einen Maßnahmenkatalog vor, um Abhilfe zu schaffen. Wichtigste Forderung: Es müsse über eine Weiterentwicklung der Erzieherinnenausbildung hin zu einer vergüteten dualen Berufausbildung nachgedacht werden. Heutzutage müsse man fünf Jahre zur Schule gehen und verdiene nichts, das habe "keinerlei Attraktivität für junge Leute", begründet Simone Huth-Haage. Sie verlangt, qualifizierte Seiteneinsteigerprogramme zu stärken.
Als Planungsgrundlage für die Gliederung und Ausweitung des Angebots hält die CDU eine regionale Erhebung des Fachkräftebedarfs für sinnvoll. Ferner müssten Erzieherinnen durch Verwaltungsfachkräfte von Büro-Tätigkeiten entlastet werden. In der Landesförderung müsse die Kindertagespflege den Kitas gleichgestellt werden. Und die Erzieherinnen bräuchten eine kontinuierliche qualifizierte Berufsbegleitung.
Vonseiten der SPD-Fraktion heißt es, das Land sei beim Ausbau der Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder im Vorschulalter "auf einem guten Weg". So sei etwa die Zahl der Fachschulen sowie der Fachschüler ständig gestiegen. Die zuständige Ministerin Irene Alt (Grüne) habe im April im Ausschuss umfassend berichtet, dass sich beim Fachkräftemangel vieles in der Umsetzung befinde.