CDU fordert Pfingstferien auch für Rheinland-Pfalz

Trier · Die CDU beantragt zusätzliche Pfingstferien in Rheinland-Pfalz - ein Vorschlag, der bei Lehrern nicht gut ankommt. Schülervertreter sind zumindest nicht abgeneigt - und das Bildungsministerium wartet erst einmal ab.

Die Sommerferien sind gerade mal zweieinhalb Wochen vorüber, und in knapp drei Wochen beginnen die Herbstferien. Da diskutiert der Landtag heute darüber, ob die Schüler und Lehrer in Rheinland-Pfalz zusätzlich noch eine Woche Pfingstferien benötigen.
Die CDU-Landtagsfraktion hat das beantragt. Begründung: Mit der Einführung von Pfingstferien könnten Familien günstiger in Urlaub fahren als in den Sommerferien. "Zudem kann durch die Einführung von Pfingstferien das in vielen Fällen sehr lange Sommerhalbjahr besser strukturiert werden", heißt es bei der CDU. Bislang gibt es nur in vier Bundesländern ein- oder zweiwöchige Mai- oder Pfingstferien: Hamburg, Sachsen-Anhalt, Bayern und Baden-Württemberg.
Bei den rheinland-pfälzischen Lehrerverbänden kommt der Vorschlag schlecht an. Klaus-Peter Hammer, Landeschef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), sieht beim derzeitigen System mit wechselnd früh oder spät beginnenden Sommerferien wenig Sinn in zusätzlichen Pfingstferien. Dadurch werde das Schuljahr zu sehr zerteilt, sagt Hammer. Dieser Meinung ist auch der Verband Bildung und Erziehung. Dessen Landesgeschäftsführer Hjalmar Brandt sagt: "Die bisherige Ferienregelung hat sich weitgehend bewährt und sollte beibehalten werden."
Die Schüler im Land sind offenbar noch unentschlossen. Die Landesschülervertretung begrüße die neuerliche Diskussion über die Schulferien, sagte deren Sprecherin Hannah-Katharina Kiennen. Eine abschließende Meinung habe man sich aber noch nicht gebildet. Genau wie die Elternvertreter. Der Landeselternbeirat will in den kommenden Wochen die Eltern der Schüler zur möglichen Neuregelung der Ferien befragen. Bis 2017 stehen die Ferientermine ohnehin schon fest.
Im Bildungsministerium werde man auf jeden Fall die Meinung der Betroffenen berücksichtigen, sagt Staatssekretär Hans Beckmann dem Volksfreund. Man sei bei zusätzlichen Ferien und einer neuen Ferienordnung noch nicht festgelegt. Demnächst werde das Land Vorschläge für Ferientermine von 2018 bis 2024 vorlegen.

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