CDU-Fraktion womöglich um fünfstelligen Betrag geschädigt

Die CDU-Landtagsfraktion könnte von ihrem früheren Geschäftsführer Markus Hebgen um einen erheblichen fünfstelligen Betrag geschädigt worden sein. Das hat die in Koblenz erscheinende Rhein-Zeitung in Erfahrung gebracht.

Mainz. Die infrage stehende Summe soll nach Informationen der Zeitung noch über jenen 31 000 Euro liegen, die Hebgen nach eigenem Geständnis in seiner späteren Position als Geschäftsführer der Stiftung Kloster Eberbach (Hessen) veruntreut hat.

Wie zu hören ist, wurden mit CDU-Fraktionsgeld unter anderem private Rechnungen für Hotels in Berlin bezahlt, deren Ruf zumindest zweifelhaft ist. Nutznießer sollen CDU-Abgeordnete gewesen sein, soll Hebgen erklärt haben. Die Mainzer Staatsanwaltschaft sagt dazu nichts, bestätigt aber, dass Hebgen sich inzwischen schriftlich zu Untreue-Vorwürfen eingelassen hat. Nach langer Erkrankung ist er gesundgeschrieben. Sein alter Arbeitgeber, die Landtagsverwaltung, hat ihn aber bei gesenkten Bezügen suspendiert.

Hebgen war nach der Wahl 2006 nach Hessen gewechselt. Als der CDU-Fraktion Unregelmäßigkeiten in der Kasse auffielen, schaltete sie im April Staatsanwalt und Rechnungshof ein. Letzterer wird seine Prüfung im kommenden Jahr abschließen. Die CDU-Landtagsfraktion hatte nach der Wahl 300 000 Euro Schulden, die sie seither zügig abbaut.