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CDU wirft Rot-Grün Bruch von Wahlversprechen vor

CDU wirft Rot-Grün Bruch von Wahlversprechen vor

An den Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen soll es vorerst keine weitere Verkleinerung der Klassen geben. SPD und Grüne im Landtag halten das für pädagogisch vertretbar. Die CDU-Opposition kritisiert, ein Wahlversprechen werde gebrochen.

Mainz. Gerne hat Bildungsministerin Vera Reiß (SPD) die Nachricht kürzlich nicht verkündet, aber aus ihrer Sicht ist ein großer Aufschrei in der Öffentlichkeit ausgeblieben: Aufgrund der Entwicklung der Schülerzahlen, die nicht so stark zurückgegangen sind wie erwartet, wird die geplante Verkleinerung von Schulklassen an Gymnasien und Inte grierten Gesamtschulen (IGS) bis auf weiteres ausgesetzt. Laut Reiß setzt das Land die Ressourcen lieber ein, um die Unterrichtsversorgung zu verbessern.
CDU-Politikerin Bettina Dickes hält der Regierung vor, sie habe kleinere Klassen im Landtagswahlkampf 2011 versprochen, um Stimmen zu ködern, und breche dieses Versprechen nun. Das sei wohl eine "Nürburgring-Rendite" - an der insolventen Eifel-Rennstrecke sind 330 Millionen Euro Steuermittel verschwendet worden. Zu behaupten, die Lehrer seien dankbar, hält Dickes für "blanken Hohn".
Ministerin Reiß hält dem entgegen, Lehrer, Eltern und Schüler hätten das verstanden. Die CDU echauffiere sich künstlich. Rheinland-Pfalz habe immer noch mit die kleinsten Schulklassen in Deutschland. Die Maßnahme sei "pädagogisch vertretbar". Auch SPD und Grüne sehen das so. Bettina Brück (SPD) bezeichnete den Schritt als alternativlos. Ruth Ratter von den Grünen betonte, es seien die richtigen Konsequenzen gezogen worden. Trotz mehr Schülern als gedacht die Schulklassen zu verkleinern, hätte auch den für die Kommunen teuren Bau neuer Räume an vielen Schulen bedeutet. Ratter: "Wir werden alles dafür tun, dass jedes Kind die bestmögliche Ausbildung erhält." fcg