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Chaos am Flughafen Hahn: Die Tage von Geschäftsführer Heinz Rethage scheinen gezählt

Chaos am Flughafen Hahn: Die Tage von Geschäftsführer Heinz Rethage scheinen gezählt

Nach Informationen des Trierischen Volksfreunds tritt der Aufsichtsrat der Flughafen Hahn GmbH Mitte Mai zu einer Sondersitzung zusammen. Dort soll sich der Geschäftsführer des defizitären Flughafens, Heinz Rethage, erklären. Es gibt Anzeichen dafür, dass seine Chancen, im Amt zu bleiben, schwinden.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt am Flughafen Hahn gegen sieben Beschuldigte, darunter Ex-Führungskräfte, wegen des Verdachts der Untreue oder der Beihilfe dazu. Ausgelöst hat diese Aktivitäten Geschäftsführer Heinz Rethage, der davon überzeugt ist, dass es in mindestens einem Fall persönliche Bereicherung gegeben habe.

Aus der SPD-geführten Landesregierung verlautet, an den Vorwürfen des Abkassierens gegen zwei Beschuldigte sei etwas dran. Ob es sich um strafbare Handlungen gehandelt habe, hänge aber entscheidend davon ab, ob dem Flughafen ein Vermögensschaden entstanden sei. Daran gebe es Zweifel.

Die mitregierenden Grünen loben Rethage. "Er versucht, Licht ins Dunkel zu bringen", sagt Fraktionschef Daniel Köbler. Die CDU-Opposition dagegen beklagt dagegen den Stil des Flughafenchefs. Rethage habe den Aufsichtsrat über Vorgänge am Hahn "falsch oder gar nicht informiert", sagt Fraktionsvize Alexander Licht. Er fordert Rethages Entlassung. Auch FDP-Chef Volker Wissing zweifelt an den Fähigkeiten des Managers. In der SPD streiten Innenminister Roger Lewentz, der bislang am von ihm installierten Airport-Chef festhält, und Landtagspräsident Joachim Mertes. Dieser hält Rethage für nicht mehr tragbar.

Im Aufsichtsrat der Hahn GmbH herrschen Vorbehalte gegen Rethage. Das Kontrollgremium fühlt sich teils übergangen und ist nach drei Strafanzeigen gegen Rethage selbst alarmiert. Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach teilt auf Anfrage mit, dass sie in einem Fall ermittele.

"Die Personalie Rethage kommentiere ich nicht", sagt Aufsichtsratschef Salvatore Barbaro, dessen Verhältnis zum Hahn-Chef als gestört gilt. Wie der Volksfreund erfuhr, ist für Mitte Mai eine Sondersitzung anberaumt. Dann soll Rethage sich erklären. Er sagte dem Volksfreund: "Alle Anschuldigungen gegen mich sind haltlos." Offenbar stehen aber seine Chancen, im Amt zu bleiben, eher schlecht.

Kommentar: An sich selbst gescheitert

Aufklärer im Abseits

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