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China-Pläne am Flughafen Hahn stocken

China-Pläne am Flughafen Hahn stocken

Die Chance auf Flüge zwischen Fernost und dem Hunsrück im Karl-Marx-Jahr ist gesunken. Die Entscheidung aus Brüssel über den Verkauf an den Investor HNA lässt noch immer auf sich warten.

Vier Monate ist der Kaufvertrag zwischen Land und Unternehmen nun schon unterzeichnet. Doch das Ja der Europäischen Union zum Verkauf der rheinland-pfälzischen Anteile des Flughafens Hahn an den chinesischen Milliardenkonzern HNA zieht sich wie Kaugummi. Erst sollte die Entscheidung im Juni fallen, nun Ende Juli, wenn nicht noch später.

Das Stocken aus Brüssel wirkt sich nach TV-Informationen auf die Pläne des Investors am Hunsrück-Flughafen aus. Gut unterrichtete Kreise berichten, es gelte wegen des langen Wartens bereits jetzt als unwahrscheinlich, dass Passagierflüge tatsächlich schon im Jahr 2018 von China an den Hahn und zurück fliegen. Schmerzhaft wäre das besonders mit Blick auf das Karl-Marx-Jahr in Trier, das viele Chinesen zu Flügen an den Hahn animieren sollte. Die HNA äußerte sich auf TV-Anfrage nicht.

Ohnehin will der Hahn das Passagieraufkommen künftig steigern. Von Januar bis Juni sind nach Angaben des Flughafens 1,8 Millionen Menschen ab dem Airport geflogen, was ein Minus von fünf Prozent zum Vorjahreszeitraum ist. Das teilte der Hahn am Mittwoch mit. Einen Zuwachs meldet der Airport dagegen im Frachtgeschäft, 49.000 Tonnen im ersten Halbjahr sind ein Plus von 52 Prozent zu 2016. Ein Grund sei, dass die beiden größten Frachtlinienkunden ihre Gütermengen erhöht hätten. "Alle Zeichen stehen auf Wachstum", sagt Roger Scheifele, Abteilungsleiter Cargo am Flughafen.

Die HNA will die Zahlen weiter ausbauen, auch mit Frachtflügen von China an den Hahn, die nach TV-Informationen deutlich früher als die Passagierflüge zu verwirklichen sein sollen. Das rheinland-pfälzische Innenministerium hofft beim Flughafenverkauf bis Ende Juli auf grünes Licht aus Brüssel.