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Tödlicher Sturz vom Cinemaxx in Trier - Was geschah 2015?

Zeugen gesucht : Nach tödlichem Sturz vom Kinodach – Verzweifelter Vater richtet Appell an mögliche Zeugen

2015 starb sein Sohn beim Versuch, auf das Dach eines Trierer Kinos zu klettern. Nun startet Hans-Josef Leuer einen letzten Versuch, herauszufinden, was damals geschah. Er ist überzeugt, dass sein Junge nicht alleine war und bittet mögliche Zeugen inständig, sich bei ihm zu melden.

Für die Trierer Staatsanwaltschaft ist der Fall schon lange abgeschlossen. Nicht jedoch für Hans-Josef Leuer. „Ich komme von der Sache nicht los“, sagt der 57-jährige Unternehmer aus Treis-Karden an der Mosel, der nun mit Hilfe dieses Artikels einen letzten Versuch unternehmen will, herauszufinden, warum sein Sohn vor sechs Jahren starb. Was damals am Trierer Cinemaxx genau geschah. Und ob nicht doch jemand dabei war. Jemand, der ihm die nagende, noch immer unerträgliche Ungewissheit nehmen und dabei helfen könnte, mit alledem abzuschließen.

Das ist bekannt vom tödlichen Sturz am Trierer Cinemaxx

Am Morgen des 5. Juni 2015 hatte eine Frau den 27-jährigen Pascal Leuer tot unterhalb einer Feuertreppe des Kinos aufgefunden. Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelten und entdeckten dabei keinen Hinweis auf Fremdverschulden.

Nach Auskunft des Leitenden Oberstaatsanwalts Peter Fritzen hielten die Ermittler es für wahrscheinlich, dass der junge Mann versucht hatte, auf das Dach des Kinos zu gelangen. Als er versuchte, eine verschlossene Gittertür zu umklettern, die den Zugang zu einer Wendeltreppe versperrte, sei er etwa zehn Meter in die Tiefe gestürzt und tödlich verunglückt.

Was wollte er auf dem Dach des Kinos? Noch immer gibt es dazu nur eine Theorie. Die Polizei vermutete, dass Pascal dort aus dem gleichen Grund hin wollte, der viele junge Menschen auf die Dächer trieb: entspannen, feiern, chillen auf dem Dach – ein Trend in deutschen Städten.

Darum ist Hans-Josef Leuer überzeugt, dass sein Sohn nicht alleine war

„Mein Sohn wäre niemals alleine aufs Dach geklettert. Was sollte er denn allein da oben. Alleine chillen?“ Noch immer ist Hans-Josef Leuer fest davon überzeugt, dass jemand bei Pascal war, als es passierte. Denn der habe immer Freunde um sich herum gehabt. Neben seinen besten Freunden, die noch nie von dem Platz auf dem Kinodach gehört hätten, habe er auch Cliquen gehabt, „die mit Drogen und Alkohol zu tun hatten“.

Belege, dass der 27-Jährige in Begleitung gewesen sein könnte, fanden die Ermittler keine, doch in diesem Punkt lässt Leuer nicht locker. Er hofft, dass sich nun, sechs Jahre später, jemand bei ihm meldet. „Es geht mir nicht darum, einen Schuldigen zu finden. Ich will nur wissen, wie es zur Katastrophe kam, um damit abschließen zu können“, sagt er und bittet mögliche Zeugen inständig, ihn zu kontaktieren.

Viele Fragen – doch Vater Leuer findet keine Antworten

Nichts hat Leuer in den vergangenen sechs Jahren unversucht gelassen. Er beauftragte Privatdetektive, die jedoch wenig ans Licht brachten. Er nahm einen Profi-Kletterer mit zum Unglücksort. Dieser kam zu dem Schluss, dass es für jemanden von Pascals Größe und Gewicht nicht so einfach möglich wäre, an der Türe vorbeizuklettern. Dass der Student wenig Chancen hatte, dies zu schaffen. Auch die Falllinie leuchtet Leuer weiterhin nicht ein. Lag sein Sohn doch nicht direkt unterhalb der Leiter, sondern zwei Meter weiter. „Als wäre er gesprungen oder hätte sich abgedrückt“, sagt der Chef eines Möbelhauses, der über einen langen Zeitraum jedes Wochenende nach Trier fuhr, Passanten befragte, im Palastgarten nach jungen Menschen suchte, die seinen Sohn vielleicht kannten. In der ersten Nacht wollte er bei der Treppe schlafen, um zu sehen, wer dort im Dunkeln hinkommt. „Ich hatte den Schlafsack noch nicht ausgepackt, da kam schon Security.“ Auch übers Radio und die Zeitung suchte er. Vergeblich.

„Seit sechs Jahren stehe ich unter Strom“, sagt der Unternehmer, der in den ersten sechs Monaten nach dem Tod seines Sohnes nicht arbeiten konnte. Jeden Morgen sei er zu seinem Möbelhaus gefahren, habe sich dort in die Küche gesetzt und sei abends wieder nach Hause gefahren.

Hans-Josef Leuer wünscht sich Gewissheit, um mit dem Unglück abschließen zu können

Inzwischen funktioniere er zwar wieder. „Aber fühlen tue ich mich genauso wie damals.“ Auch wegen der Schuldgefühle, die ihn plagen. Pascal habe im Betrieb mitgearbeitet, doch zwischen Vater und Sohn knirschte es, also zog der Sohn nach Trier. „Hätte ich doch einfach nachgegeben, dann wäre er hiergeblieben und es wäre nichts passiert“, sagt Hans-Josef Leuer, der nicht mehr der gleiche Mann ist, seit sein Junge starb, der sich komplett zurückzog und den bisher nichts von diesem einen, alles beherrschenden Wunsch abbringen konnte: „Ich möchte wissen, was passiert ist.“ Um abzuschließen. Um wieder klarzuwerden, auch für seine Familie.

Was geschah in der Nacht vom 4. auf den 5. Juni am Trierer Cinemaxx?

Nun also ein letzter Versuch.

Wer war in der Nacht zum 5. Juni 2015 womöglich bei Pascal Leuer? Wer hat vielleicht als Zeuge beobachtet, was dort geschah? Eine Anzeige brauche der- oder diejenige selbst im Fall einer Mitschuld nicht zu fürchten, versichert Hans-Josef Leuer und bittet um Kontaktaufnahme per E-Mail an mail@moebel-leuer.de oder unter Telefon 02672/914847.