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Corona: Impfnachweis in Rheinland-Pfalz - So bekommt man die Immunkarte

Frage und Antwort : Impfnachweis ohne Smartphone: Wie bekommt man eine Immunkarte und wo ist der gelbe Impfpass in Rheinland-Pfalz noch gültig?

In vielen Bundesländern wird als Impfnachweis zum Shoppen oder im Restaurant nur noch das digitale Impfzertifikat als QR-Code akzeptiert. Wer kein Smartphone besitzt, kann diesen auch mit einer Immunkarte nachweisen. Wie man diese bekommt und wo der gelbe Impfpass noch gültig ist.

Ob ins Kino, Restaurant oder zum Friseur: Wer verschiedene Einrichtungen besuchen möchte, braucht einen entsprechenden Nachweis. Doch noch immer sind Hunderttausende nicht geimpft. Kein Wunder also, dass das Geschäft mit gefälschten Impfpässen boomt. Einige Bundesländer ziehen nun Konsequenzen und akzeptieren nur noch den digitalen QR-Code.

Wie sieht es hierzulande aus? Laut dem Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz steigt die Zahl der gefälschten gelben Heftchen seit Ende September an. Mittlerweile liegen 924 Fälle vor, bei denen gefälschte Impfnachweise Gegenstand der Ermittlungen sind. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um eine Tendenz, da Delikte mit gefälschten Impfpässen in der Polizeistatistik nicht explizit erfasst werden.

Trotzdem ist diese Tendenz steigend, auch die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Hat das Auswirkungen auf  den Impfpass als Impfnachweis? Wir erklären, welche Rechtslage in Rheinland-Pfalz gilt und welche Alternativen es gibt:

Welche Möglichkeiten gibt es, den Impfstatus nachzuweisen?

Der Impfstatus kann sowohl im gelben Impfpass als auch in verschiedenen Apps dokumentiert und gespeichert werden. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich eine Karte mit QR-Code ausstellen zu lassen.

Ist der gelbe Impfpass im Einzelhandel/in der Gastronomie/etc. (noch) als Impfnachweis gültig?

Ja. In Rheinland-Pfalz gilt der gelbe Impfpass in Verbindung mit einem amtlichen Ausweisdokument (Personalausweis, Führerschein oder ähnliches) nach wie vor als Impfnachweis. In anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg, Brandenburg, Berlin oder dem Saarland hingegen ist nur noch das digitale Covid-19-Impfzertifikat gültig, um seinen Impfstatus nachzuweisen und so in 3G, 2G oder 2Gplus-Bereiche zu kommen. Dabei spielt es jedoch keine Rolle, ob der QR-Code in einer der Apps oder in ausgedruckter Form vorgelegt wird.

Werden im gelben Impfpass auch zukünftig alle Covid-19-Impfungen eingetragen?

Ja. Nach aktuellem Stand sollen auch in Zukunft alle Impfungen gegen Covid-19 in den Impfpass eingetragen werden.

Gilt der digitale Impfnachweis nur in Deutschland?

Der digitale Impfnachweis kann innerhalb der EU sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz genutzt werden. Ab dem 1. Februar 2022 ist das digitale Covid-Zertifikat der EU neun Monate (270 Tage) nach der Grundimmunisierung gültig.

 Woher bekomme ich meinen digitalen Impfnachweis?

Nach der Impfung beim Arzt, in einem Impfzentrum oder durch mobile Impfteams erhalten Bürgerinnen und Bürger ihr Impfzertifikat mit QR-Code als Ausdruck. Das digitale Zertifikat kann auch nachträglich in Arztpraxen, Gesundheitsämtern oder der Apotheke ausgestellt werden. Um den Code anschließend auf das Smartphone zu übertragen, werden spezielle Apps, wie benötigt. Die können in den bekannten Appstores heruntergeladen werden.

In welchen Apps kann ich meinen digitalen Impfnachweis speichern?

Der Impfstatus kann in der Corona-Warn-App, in der CovPass-App und in der Luca-App gespeichert werden. Alle drei Apps sind kostenlos. Allerdings steigen derzeit immer mehr Bundesländer aus der Luca-App aus. Auch Rheinland-Pfalz kündigte seinen Vertrag mit den Betreibern zum 31. März 2022.

Was genau wird in den Apps gespeichert?

In den Apps werden der Name, das Geburtsdatum, der Zertifikatsaussteller, die Anzahl der Impfungen, das Datum der letzten Impfung (beziehungsweise seit wann man vollständig geimpft ist) und der Impfstoff dokumentiert. In der CovPass-App werden zusätzlich die Zielkrankheit, die Art des Impfstoffs, die Zertifikatkennung und das technische Ablaufdatum aufgelistet.

Werden auch Booster-Impfungen dokumentiert?

Auch Auffrischungsimpfungen können in den Apps eingescannt und als digitaler Impfnachweis genutzt werden. Das Impfzertifikat mit entsprechendem QR-Code wird den Bürgerinnen und Bürgern wie bei den vorherigen Impfungen als Ausdruck mitgegeben und normalerweise zusätzlich per Mail oder postalisch zugesandt. Während man nach den ersten beiden Impfungen erst nach 14 Tagen den vollständigen Impfschutz erhält, gilt er bei der Booster-Impfung sofort.

Wie sicher ist der digitale Impfnachweis vor Fälschungen?

Um den digitalen Impfnachweis so sicher wie möglich zu machen, wurden einige Vorkehrungen getroffen. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit werden die Daten einmalig bei der Erstellung des Impfzertifikats durch die Impfstelle erhoben, zur Signierung an das RKI übermittelt und dort sofort wieder gelöscht. In der App werden die persönlichen Daten nur lokal auf dem Smartphone gespeichert. Der QR-Code ist zudem mit einer fälschungssicheren Signatur versehen. Zur Überprüfung muss in der Regel zusätzlich ein Lichtbildausweis vorgelegt werden.

Wie kann ich meine Impfung nachweisen, wenn ich kein Smartphone besitze oder meinen Impfpass vergessen habe?

Viele Apotheken bieten mittlerweile die sogenannte Immunkarte an. Dabei handelt es sich laut Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände um ein privatwirtschaftliches Angebot zur Erfassung einer Covid-19-Impfung. Die Karte eines Leipziger Startups ist auch in einigen Apotheken in der Region verfügbar: Zur Ausstellung muss der Impfpass oder der digitale Impfnachweis mit dem Personalausweis vorgelegt werden. Die Immunkarte im Scheckkarten-Format fürs Portemonnaie kostet rund zehn Euro und soll mit entsprechendem QR-Code auch vorgezeigt werden können, wenn der Geimpfte kein Smartphone besitzt, der Akku leer ist oder jemand den Impfpass vergessen hat.