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Corona-Lockerungen in RLP: Entlastung an Schulen, Gastronomie noch nicht zufrieden

Mainz/Trier : Corona-Lockerungen in Rheinland-Pfalz: Entlastung an Schulen, Gastronomie noch nicht zufrieden

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) kündigt den Menschen einen unbeschwerten Frühling an. Der Präsident der Landesärztekammer, Günther Matheis, hält die Lockerungen für vertretbar.

Am Ende ist es dann eine Art „Freedom Day“, den Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Dienstagabend verkünden kann. Nach dem Bund-Länder-Treffen ist klar: Ab dem 20. März sollen keine tiefgreifenden Einschränkungen mehr in Deutschland gelten. Und auch bis dahin wird es schon bedeutende Lockerungsschritte geben.

Die Beschlüsse vom Dienstag gehen noch etwas weiter, als es die Ministerpräsidentin vor gut einer Woche mit der rheinland-pfälzischen Idee eines Stufenplans angekündigt hatte. Schon damals stellte sie aber klar: Es wird keinen Alleingang von Rheinland-Pfalz geben – im Sinne der Einheitlichkeit werde sich das Land an die Bundesbeschlüsse halten. Letztlich sind es feine Unterschiede bei den Zeitpunkten. Außer für die Gruppe der Ungeimpften: Getestet ist es für sie ab 4. März wieder möglich, Gastronomie und Hotels zu nutzen. Dreyer hatte ursprünglich von einer 2G-Regelung gesprochen. In gut einem Monat wird aber auch diese Regelung hinfällig.

Experten zufolge ist der Peak der Omikron-Welle überschritten. Dennoch: „In den kommenden Wochen werden sich noch viele Menschen mit dem Virus anstecken“, sagte Dreyer. Nichtsdestotrotz sei es nun gerechtfertigt, dass die Corona-Beschränkungen schrittweise zurückgenommen werden. „Die kritische Infrastruktur hat das alles ganz gut gepackt“, stellte Dreyer fest.

Corona-Regeln an Schulen in Rheinland-Pfalz werden gelockert

Was nach dem 20. März noch bleibt, sind aller Voraussicht nach Dinge wie die Maskenpflicht oder das Abstandsgebot. In den rheinland-pfälzischen Schulen ist mit mehr Normalität zwei Wochen nach Ende der Winterferien zu rechnen. Masken- und Testpflicht könnten dann gelockert werden. „Kinder dürfen nicht anders behandelt werden als der Rest der Gesellschaft“, sagte Dreyer am Dienstagabend.

Zustimmung für die Lockerungen kommt vom Präsident der Landesärztekammer, Günther Matheis. Da die Omikron-Welle gebrochen zu sein scheint und die Infektionszahlen leicht sinken würden, „könnte man nun überlegen, besonnen und ohne Hast nach und nach Lockerungen zu ermöglichen“.  Matheis verweist aber auch auf die weiterhin hohe Zahl an Covid-Patienten auf den Normalstationen der Krankenhäuser. „Aber auf den Intensivstationen werden derzeit keine Höchstmeldungen wie noch Ende des Jahres registriert. Und setzt sich der Trend sinkender Infektionszahlen weiter fort, wird es auch auf den Stationen zu Entlastungen kommen.“ Trotz der vielen leichteren Verläufen dürfe man nicht vergessen, dass das Corona-Virus nicht komplett verschwinden werde. „Wir werden lernen müssen, damit zu leben.“

„Die Pandemie ist nicht vorbei. Deswegen ist es auch wichtig und richtig, dass an der Maskenpflicht festgehalten wird“, sagt auch Karl-Heinz Frieden, Geschäftsführer des rheinland-pfälzischen Gemeinde- und Städtebundes. Die geplanten, stufenweise Lockerungen seien ein wichtiges Signal für die Menschen und die Wirtschaft.

Gastronomie in Rheinland-Pfalz will schnellere Öffnung

Der rheinland-pfälzische Hotel- und Gaststättenverband fordert schnellere Öffnungsschritte für die Gastronomie. „In einem ersten Schritt müssen alle Bereiche geöffnet werden, die aktuell noch geschlossen sind“, sagt Verbandspräsident Gereon Haumann. Bars, Clubs und Diskotheken sind derzeit komplett geschlossen. Grund für die Zwangsschließungen sei gewesen,  eine drohende Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern, sagt Haumann. Wenn diese Gefahr nun nicht mehr bestehe, „sind ab sofort verordnete Betriebsschließung nicht mehr verhältnismäßig“, so der Verbandschef. Er fordert außerdem spätestens im März alle Auflagen für die Gastronomie aufzuheben.  Spätestens mit dem Ablauf des Infektionsschutzgesetzes am 19. März sollten alle Gastronomiebetriebe wieder uneingeschränkt „ohne Schutz- und Hygienekonzepte“ öffnen dürfen, sagt Haumann. „Nahezu jeder kann sich aktiv vor einer Infektion oder einem schweren Krankheitsverlauf schützen, dann liegt es in der Eigenverantwortung eines jeden, dies auch zu tun.“