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Corona: Nicht ausreichend Masken für Lehrer in Rheinland-Pfalz?

Corona-Pandemie : Lehrer sauer: Lieferte Land alte Masken?

Hat das rheinland-pfälzische Bildungsministerium den Lehrern im Land zu wenig Schutzmasken geschickt? Und waren diese dann noch nicht einmal steril verpackt? Das behauptet ein Lehrerverband.

Die Landesvorsitzende des Philologenverbands, Cornelia Schwartz ist sauer: „Dass die an die Schulen geschickten Schutzmasken, pro Lehrkraft maximal zwei, lose statt in eine sterile Folie eingeschweißt verteilt werden mussten, zeigt einmal mehr die Sorglosigkeit des Bildungsministeriums im Umgang mit der Pandemie“, beschwert sich die Chefin des Verbandes, der die Interessen der Gymnasiallehrer vertritt.

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig hatte vergangene Woche angekündigt, dass die rund 45000 Lehrer im Land zusätzliche Alltagsmasken erhalten sollten. Diese sind nun wohl an den Schulen angekommen. Aber: Es sei ein „realitätsfremder und missglückter, rein symbolpolitischer Akt der Landesregierung“, so Schwartz. „Die Masken kamen viel zu spät, in viel zu geringer Anzahl und hygienetechnisch nicht einwandfrei bei der einzelnen Lehrkraft an.“

Einzelne Lehrer befürchten, dass es sich um alte Masken handelt. „Unter dem Siegel des besonderen Gesundheitsschutzes wurden den Kolleginnen und Kollegen FFP2-Masken versprochen. Was nun geliefert wurde, sind Restbestände, die während der Mangelsituation beschafft wurden und inzwischen nicht mehr auf dem Markt vertrieben werden dürfen“, beschwert sich auch der Landeschef des Lehrerverbandes VBE Gerhard Bold. Teilweise seien die Masken nicht einmal in Einzelbeuteln verpackt, Zertifizierungen fehltrn und für manche Modelle lägen nicht einmal Untersuchungsergebnisse vor, ob sie die Trägerinnen und Träger überhaupt zuverlässig schützen könnten, so Bold.

Masken in den Umlauf zu bringen, die den europäischen Standards nicht genügten, sei nicht nur mangelhafter Gesundheitsschutz, „ sondern vor allem mangelnde Wertschätzung den Kolleginnen und Kollegen gegenüber, die täglich ihren Beitrag dafür leisten, dass Schule auch im Ausnahmezustand gelingen kann“, sagt der VBE-Landeschef.

Seine Kollegin vom Philologenverband beschwert sich über das Krisenmanagement der Landesregierung, es sei mangelhaft und müsse dringend verbessert werden. „Das gilt auch, aber nicht nur in Bezug auf die Masken: Wir brauchen kleinere Lerngruppen und, da man jahrelang versäumt hat, die gegebenen Versprechen umzusetzen, nun ganz besonders aber den vom Robert Koch-Institut angemahnten Wechselunterricht, für den der Philologenverband Rheinland-Pfalz ein Modell vorschlägt, das unseren Schülerinnen und Schülern gerecht wird und zu keiner Mehrbelastung für Lehrkräfte und Eltern führen muss. Darüber hätten wir seit den Osterferien ins Gespräch kommen können, um bestmögliche Lösungen zu finden.“

Die CDU reagierte prompt auf die Kritik der Lehrer. Der Spitzenkandidat der Partei für die Landtagswahl, Christian Baldauf, sagte: „Seit Beginn der Corona-Pandemie ist das Hauptmerkmal der Landesregierung das zögerliche Abwarten. Bei der Bekämpfung einer Pandemie ist langes Warten allerdings die schlechteste Lösung. Wir müssen deshalb schnell, zielorientiert und hygienischen Standards folgend handeln.“ Erreicht werden könne dies allerdings nicht mit dem alleinigen Verweis von Bildungsministerin Hubig und Ministerpräsidentin Dreyer auf regelmäßiges Lüften. „Die Lehrerinnen und Lehrer müssen endlich mit genügend FFP2-Masken ausgestattet werden. Wir brauchen daher auch kleinere Lerngruppen und die Möglichkeiten für Wechselunterricht, über den die Schulen vor Ort selbst bestimmen sollen.“

Das Bildungsministerium weist die Kritik von sich. Die zur Verfügung gestellten FFP II-Masken für die Lehrer seien nur für die Situationen gedacht, in denen diese Kindern nahekommen müssten, „etwa wenn erste Hilfe geleistet werden muss“. „Die FFPII- Masken sind ausdrücklich nicht für tägliche Verwendung oder den Dauereinsatz gedacht“, sagt ein Sprecher des Bildungsministeriums. Es seien genügend FFPII-Masken ausgeliefert, weil sich solche Situationen nicht täglich ergäben.