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Corona-Risikogebiet Luxemburg: Kritik aus der Region Trier

Corona in Luxemburg : Politik und Wirtschaft kritisieren, dass Luxemburg wieder Risikogebiet ist

Ministerpräsidentin Malu Dreyer fordert, Luxemburger nicht dafür zu bestrafen, dass sie viel testen. Pendler und alle mit triftigem Grund können weiter ins Großherzogtum reisen.

Jeder, der von Luxemburg einreist, muss nun einen negativen Corona-Test vorlegen oder sich in 14-tägige Quarantäne begeben. Laut Staatskanzlei gibt es allerdings – genau wie im Sommer, als Luxemburg zum ersten Mal Risikogebiet war – wieder Ausnahmen für den kleinen Grenzverkehr: Wer sich kürzer als 72 Stunden im Großherzogtum aufhält oder einen triftigen Reisegrund hat, muss sich weder testen lassen noch in Quarantäne – das gilt für Pendler, Tanktouristen oder für Menschen, deren Partner in Luxemburg wohnt.

„Wer nicht unbedingt nach Deutschland muss, der sollte das lieber lassen“, riet der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn seinen Landsleuten in einem RTL-Interview. Er versicherte seinen Landsleuten im Interview, weiter mit Berlin im Gespräch zu bleiben und mit Rheinland-Pfalz und dem Saarland spezielle Vereinbarungen zu finden.

Trierer Oberbürgermeisters Wolfram Leibe bezeichnete die Einstufung als „eine Entwicklung, die die Menschen in der Großregion schmerzt und im Alltag erneut heftig trifft“.

Normalerweise spiele die Grenze in den Köpfen und im täglichen Leben keine Rolle – nun werde sie durch das Infektionsgeschehen in Teilen wieder hochgezogen. „Die Wirtschaft in der Region Trier ist ebenso wie das Großherzogtum auf einen funktionierenden Austausch angewiesen. Ich bin zuversichtlich, dass das Infektionsgeschehen in Luxemburg sich schnell wieder auf unkritische Werte einpendelt, die der Bundesregierung die Rücknahme des Risikogebiets-Status erlauben.“

Tatsächlich befürchtet die Wirtschaft drastische Folgen. Die Zahl an Luxemburger Kunden dürfte deutlich sinken.

Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der IHK Trier, warnte auch davor, die Regelung für Reisende aus Risikogebieten zu verschärfen: Bund und Länder hatten sich verständigt, dass alle, die aus Risikogebieten kommen, ab 1. Oktober fünf Tage in Quarantäne müssen – selbst wenn sie einen negativen Test bei sich haben. Offenbar verzögert sich das Vorhaben jedoch um einen Monat. Glockauer warnt vor einer „faktischen Grenzschließung“.

Dreyer hält die Neuregelung für dringend erforderlich, um die Folgen der Herbstferien im Griff zu behalten. Sie werde sich in Bezug auf Luxemburg, Belgien und Frankreich dafür stark machen, „dass den Anforderungen des kleinen Grenzverkehrs Rechnung getragen wird.“

Asselborn wies darauf hin, dass die Infektionszahlen in Luxemburg rückläufig seien.