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Coronavirus: Krankenhäuser in RLP rechnen kommende Woche mit Peak

Kliniken in Rheinland-Pfalz : 400 freie Plätze im Land für Corona-Schwerkranke

Die Kliniken sehen sich gewappnet für neue Patienten und rechnen Mitte kommender Woche mit einem vorläufigen Höhepunkt. Innenminister Lewentz kündigt strenge Polizeikontrollen über Ostern an.

Die Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz rechnen Mitte der kommenden Woche mit einer vorläufigen Spitze an Corona-Erkrankten. Das sagte Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, in Mainz.

„Wir rechnen aber nicht damit, in den kommenden zwei Wochen an die Kapazitätsgrenzen zu stoßen“, sagte der Wittlicher. Die Kliniken seien gut gerüstet: 950 Intensivplätze mit Beatmungsgeräten gebe es derzeit im Land, von denen 400 frei seien, um schwerstkranke Patienten zu behandeln.

120 Corona-Erkrankte würden derzeit in rheinland-pfälzischen Kliniken beatmet. „Wir erleben keinen exponentiellen Schub, müssen aber mit Steigerungen rechnen“, sagte Gaß. Durch frei gewordene OP- und Aufwachräume könnten Krankenhäuser neue Plätze schaffen. Operationen, die wegen schwerer Erkrankungen nicht nötig sind, würden verschoben.

Die Zahl der Neu-Infektionen pro Tag gehe zurück, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Das Land stehe an einem Scheideweg: Es sei wichtig, sich an Maßnahmen zu halten, damit die Infektionskurve abflache.

Innenminister Roger Lewentz (SPD) kündigte an, dass die Polizei in Rheinland-Pfalz am Osterwochenende weiter streng kontrollieren werde, ob Menschen die Kontaktverbote einhalten. 4000 Beamte setze das Land an den Feiertagen ein – 500 mehr als normalerweise. 717 Ordnungswidrigkeiten registrierten rheinland-pfälzische Behörden am vergangenen Wochenende, an dem das Wetter sonnig war.

Polizisten würden in Hubschraubern auch beliebte Motorradstrecken und Wanderwege wie in der Eifel und dem Hunsrück kontrollieren. Die Wasserschutzpolizei überwache Wege entlang von Mosel und Rhein. „Wir erwarten in aller Deutlichkeit, dass die Bevölkerung mit den Einschränkungen diszipliniert umgeht. Es gibt keinen Grund zur Entwarnung. Wir müssen steigende Zahlen erwarten, was Tote und Kranke angeht“, sagte Lewentz, der wiederum lobte, dass die meisten Rheinland-Pfälzer die Vorgaben gewissenhaft umsetzten.

Gesunken ist in Corona-Zeiten die Kriminalität in Rheinland-Pfalz, sagte Johannes Kunz, Chef des Landeskriminalamts. Es fehle Tätern an Opfern, weil viele Menschen zu Hause blieben. Im März sei die Kriminalität um 38 Prozent niedriger gewesen als im vergangenen Jahr.

Zugenommen haben laut Land Einbrüche in Arztpraxen und Diebstähle in Krankenhäusern, wo Menschen Desinfektionsmittel klauten. Das LKA warnte, dass Kriminelle sich in den digitalen Raum verlagern und die Krise ausnutzen, um gerade Rentner um ihr Erspartes zu bringen. Die Behörden führten Telefonbetrüger an, die sich als an Corona erkrankte Familienmitglieder ausgeben und um Geld für Behandlungen bitten.