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Coronavirus: Rheinland-Pfalz bittet 1300 Ärzte in Rente um Hilfe

Kostenpflichtiger Inhalt: Gesundheit : Land will Ärzte aus dem Ruhestand zurückholen, die im Kampf gegen Coronavirus helfen

1300 Ärzte, die in Rente sind, hat die Ärztekammer angeschrieben. Wer helfen will, soll Gesundheitsämter verstärken und an Hotlines arbeiten. Das Land widerspricht Kritik, es fehle an ausreichend schnellen Corona-Tests.

Weil das Coronavirus für überfüllte Arztpraxen und überlastete Gesundheitsämter sorgen dürfte, bitten Landesregierung und Ärztekammer in Rheinland-Pfalz Mediziner um Hilfe, die schon in Rente sind. 1300 Ärzte bis 75 Jahre seien angeschrieben worden, teilte das Gesundheitsministerium vor Journalisten in Mainz mit.

"Wir hoffen auf Ärzte, die uns in der Krisensituation unterstützen", sagte Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), die von ersten Rückantworten spricht. Auch bei der Flüchtlingskrise 2015 habe das Land Mediziner angeschrieben, um Einwanderer aus Kriegsgebieten schneller und besser versorgen zu können.

Wer aus der Rente heraus helfen will, dürfte in Rheinland-Pfalz besonders in Gesundheitsämtern gefragt sein, sagt Landesärztekammer-Chef Günther Matheis unserer Zeitung. 50, 60 Stellen mehr hätten die Ämter wegen Belastungen durch das Coronavirus landesweit angefordert, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Das Land habe auch Medizinstudenten ab dem 5. Semester angeschrieben, sagte Bätzing Lichtenthäler.

Helfen sollen ehemalige Ärzte auch, um bei der Bürger-Hotline des Landes Fragen zu beantworten. Diese ist unter der Nummer 0800 57 58 100 montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 15 Uhr geschaltet.

52 Corona-Fälle gab es in Rheinland-Pfalz insgesamt am Donnerstagmittag, auch in Trier gab es den ersten Erkrankten. Bodo Plachter von der Unimedizin Mainz spricht von einer "stündlichen Entwicklung", sagte aber: "Wir haben die Chance, die Kurve an neuen Erkrankungen abzuflachen. Eine Situation wie in Italien, wo Krankenhäuser und das Personal völlig überlastet sind, wollen wir in Rheinland-Pfalz nicht haben."

Bätzing-Lichtenthäler sagte, es gebe genügend und schnelle Corona-Tests in Rheinland-Pfalz. Das sehen nicht alle so: Der in Wörrstadt erkrankte Verbandsgemeinde-Chef der CDU hatte seine Reise von ersten Symptomen bis hin zum Test gegenüber der Mainzer Allgemeinen Zeitung als "Odysee" bezeichnet. Wie viele Tests es landesweit pro Tag gebe, konnte das Land aber nicht beantworten. 90 seien es im Landesuntersuchungsamt.

Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler beantwortet am heutigen Donnerstag (12. März), von 17.30 Uhr bis 19 Uhr, Fragen von TV-Lesern zum Thema Corona. Erreichbar ist sie unter 0651/7199-195.