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Damit Diebe draußen bleiben: Was die Polizei rät, um die eigenen vier Wände gegen Einbrecher zu sichern

Damit Diebe draußen bleiben: Was die Polizei rät, um die eigenen vier Wände gegen Einbrecher zu sichern

Wer angesichts der aktuellen Einbruchsserie verhindern will, selbst zum Opfer zu werden, kann einiges tun. Hier die wichtigsten Verhaltensregeln und Tipps, wie sich Türen, Fenster und Schlösser sicherer machen lassen.

Diebe lieben die dunkle Jahreszeit. So heißt es jedenfalls. In der Region Trier sind allerdings derzeit nicht ganz so lichtscheue Langfinger unterwegs. Es handelt sich um professionell arbeitende Banden, denen es völlig egal zu sein scheint, ob es nun hell oder dunkel ist. Mitten am Tag brechen sie ein. Mitten in der Stadt. Und zum Teil, obwohl Menschen im Haus sind. Alleine in den wenigen Tagen, die der November alt ist, kam es in der Region zu mindestens zwei Dutzend Einbrüchen. Manche Eigenheime werden von den Tätern zuvor ausspioniert und mit sogenannten Gaunerzinken markiert, die anderen Bandenmitgliedern Wichtiges über das Haus und seine Bewohner verraten (siehe weiteren Bericht unten).
Umso sinnvoller ist es, die Diebe mit richtigem Verhalten und sicheren Türen oder Fenstern am Eindringen zu hindern. Folgendes rät die Polizei.


Verhaltenstipps:

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Wenn Sie Ihr Haus verlassen - auch nur für kurze Zeit - schließen Sie unbedingt Ihre Haustür ab!

Verschließen Sie immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren! Gekippte Fenster sind offene Fenster!
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Verstecken Sie Ihren Schlüssel niemals draußen!
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Wenn Sie Ihren Schlüssel verlieren, wechseln Sie den Schließzylinder aus!
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Achten Sie auf Fremde in Ihrer Wohnanlage oder auf dem Nachbargrundstück!
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Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit!

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Technische Tipps:
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Türen: Bei Neu- und Umbauten sollten direkt einbruchhemmende Türen eingebaut werden (Din EN 1627, mindestens Widerstandsklasse RC 2). Der Einbruchschutz für Türen kann auch im Nachhinein deutlich verbessert werden. Wichtig ist, dass die Nachrüstung für Türblätter, -rahmen, -bänder, -schlösser, Beschläge, Schließbleche in ihrer Wirkung sinnvoll aufeinander abgestimmt ist. Die Polizei rät, einen Fachmann hinzuzuziehen.
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Schlösser: Empfehlenswert sind einbruchhemmende Einsteckschlösser (Din 18251 ab der Klasse 4).
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Mehrfachverriegelung: Eine fachgerecht montierte Mehrfachverriegelung, zum Beispiel mit Hakenriegeln, erhöht den Widerstandswert einer Tür auf der Schlossseite. Sie können Ihre Tür aber auch durch ein Querriegelschloss gut sichern. Wichtig ist, dass die Schließkästen im Mauerwerk fest verankert werden, dass das Schloss unterhalb des Hauptschlosses montiert und der Zylinder durch eine Schutzrosette, am besten mit zusätzlicher Zylinderabdeckung, geschützt wird. Schwache Türblätter sollten verstärkt oder gegen massive ausgetauscht werden.
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Nebeneingangstüren: Die Widerstandsfähigkeit dieser Türen sollte der von Eingangstüren entsprechen. Wirkungsvoll nachrüsten kann man sie mit massiven Schubriegeln, starken Vorlegestangen aus Holz, Profilstahl im oberen und unteren Türdrittel oder mit einem Querriegelschloss.
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Türspion, Beleuchtung: Bauen Sie in Ihre Haus- oder Wohnungstür einen Weitwinkel-Spion ein (mindestens 180°-Winkel), damit Sie sehen, wer zu Ihnen will. Wenn Sie öffnen, dann nur mit vorgelegtem Sperrbügel. Auch eine ausreichende Beleuchtung sollte vorhanden sein.
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Fenster/Fenstertüren: Bei Neu- und Umbauten sollten laut Polizei einbruchhemmende Fenster und Fenstertüren (Din EN 1627, mindestens Widerstandsklasse RC 2) eingebaut werden. Eine Nachrüstung mit geprüften Zusatzsicherungen (Din 18104) wie Zusatzkastenschlössern, Fensterstangenschlössern und Bändersicherungen ist fast immer möglich. Wichtig: Fenster werden häufig aufgehebelt, deshalb reicht die Nachrüstung mit einbruchhemmenden Gläsern alleine nicht aus.
Häufig gekippte Fenster (wie im WC) können mit einem Gitter gesichert werden.
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Rollläden: Einbruchshemmende Rollläden (DIN EN 1627, ab Widerstandsklasse RC 2) können - anders als normale Rollläden - Einbrecher daran hindern, in die Wohnung zu kommen.
Alarmanlagen sind laut Polizei nicht so wichtig wie die anderen technischen Möglichkeiten, bieten aber zusätzlichen Schutz.
Wer sich besser schützen will, kann sich von der Präventionsstelle der Polizei (Salvianstraße 9 in Trier, Telefon 0651/9779-1250, E-Mail: beratungszentrum.trier@polizei.rlp.de) beraten lassen.

Weitere Infos finden sich in der Broschüre "Ungebetene Gäste", die im Internet auf www.polizei-beratung.de herunterzuladen ist.
Wer Verdächtiges beobachtet, wird gebeten, der Polizei Informationen über den Notruf 110 oder per E-Mail unter kdtrier.wohnungseinbruch@polizei.rlp.de zukommen zu lassen.

EXTRA Tatorte

Hier schlagen die Diebe besonders oft zu:
Die Grafik links zeigt "nur" jene Einbrüche, die das Polizeipräsidium auf seiner Homepage veröffentlicht. Die tatsächliche Zahl liegt noch höher. Doch lässt sich an der Grafik sehr gut ablesen, wo die Diebe besonders häufig zuschlagen. Das sind zum einen die Städte Trier und Konz und ist zum anderen das Tal der Obermosel, welches nicht nur direkt an der Grenze liegt, sondern auch Heimat vieler wohlhabender Luxemburger ist.
Ein Schwerpunkt der Einbrüche im November lag in der Vulkaneifel. Die Diebe hatten es auf Firmengebäude abgesehen, wo sie Bargeld suchten - und fanden.
In Trier hingegen stiegen sie in einen Kindergarten (wo sie einen Laptop entwendeten) und in diverse Wohnhäuser ein. Und zwar, obwohl die Bewohner zu Hause waren. Zwei Mal wurden die Verbrecher gestört, zwei Mal entwendeten sie Geld oder Schmuck.
In Igel setzten Einbrecher brachiale Gewalt ein, um am Montag in ein Einfamilienhaus einzusteigen. Tagsüber schoben sie das Rollo zu einer Terrassentür nach oben. Als sie die Tür nicht aufhebeln konnten, schlugen sie die Scheibe ein und gelangten so in die Wohnung, wo sie alle Räume durchsuchten, um Schmuck zu finden.
In Traben-Trarbach rissen die Täter ein komplettes Badezimmerfenster aus dem Rahmen.
Mehr Glück hatte eine 89-Jährige aus Detzem. Ihr gelang es, Einbrecher in die Flucht zu schlagen: Die Unbekannten liefen weg, als die Frau laut auf sich aufmerksam machte.
Wie sinnvoll es ist, einbruchssichere Türen, Fenster oder Keller zu haben, zeigen die zahlreichen Polizeimeldungen, in denen die Diebe nicht weiterkamen. In Wincheringen hatten sie am vorigen Wochenende gleich zweimal Pech. kah