Das macht die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Kostenpflichtiger Inhalt: Cyberbunker in Traben-Trarbach : Bunker, Flugplätze und Wildbret: Das macht die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben landet regelmäßig in den regionalen Nachrichten. Ein Grund dafür sind die vielen unterschiedlichen Aufgaben der Behörde.

Sie verkauft Bunker und ganze Flugplätze ebenso wie Gewerbeflächen, Holz und Wildbret. Sie vermietet Wohnungen, pflegt Wälder und zahlt zur Not Millionen Euro Schadensersatz, falls erwiesen wird, dass Nato-Partner daran Schuld sind, dass die Umwelt verschmutzt wurde. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die nun ins Scheinwerferlicht rückt, weil sie den Traben-Trarbacher Bundeswehrbunker trotz zahlreicher Warnsignale einer mutmaßlich kriminellen Vereinigung verkaufte, taucht regelmäßig in den regionalen Schlagzeilen auf.

So auch vor zehn Jahren als ein Verkauf des Bitburger Flugplatzes zur Debatte stand, der zum großen Teil der Bima gehört. Im Oktober 2009 hatte Michael Billen (CDU), Aufsichtsratsvorsitzender der Flugplatz GmbH, der Öffentlichkeit stolz einen bis dahin völlig unbekannten Luxemburger als den Mann präsentiert, der dem langjährigen Traum vom Fliegen Flügel verleihen würde.

1,2 Milliarden Euro Investorengeld, sagte dieser, habe er. Dabei waren doch „nur“ 400 Millionen Euro nötig, um den Bitburg Airport zu schaffen. Mit schickem Terminal, Flugverbindungen nach Osteuropa und Asien, Millionen Passagieren, grünem Strom, Bahnanbindung, Cargo-Center & Co. Und die Mehrheit der Kommunalpolitiker schloss sich dieser Sichtweise an, obwohl ausgewiesene Luftfahrt-Experten dem Projekt von Anfang an keine Chance gaben.

Was folgte, war Ernüchterung. Der Luxemburger schaffte es auch nach einer Fristverlängerung nicht, das versprochene Startkapital von 30 Millionen Euro vorzulegen. Man entschied daher, einen Teil des Areals in einen Gewerbepark zu verwandeln.

Doch auch dieser Plan erwies sich inzwischen als extrem schwierig, da das Gelände mit krebserregenden Schadstoffen belastet ist. Die Bima sah sich daher gezwungen, die Vermarktung der Gewerbeflächen 2016 aussetzen. Dieser Verkaufsstopp wurde zwar inzwischen aufgehoben, doch gerät die Bima nun in die Schlagzeilen, weil sie auf dem Flugplatz ein umstrittenes Lager für das schadstoffbelastete Erdreich plant. In  den nächsten fünf Jahren will der Bund rund eine Million Euro in die Arbeiten auf dem Flugplatz investieren. Pläne, die Umweltschützern nicht weit genug gehen. Sie fordern eine Sanierung des Geländes.

Um die gleichen krebserregenden Schadstoffe geht es auch in einem aktuellen Prozess: Die Verbandsgemeinde Wittlich-Land hat die Bima auf Schadensersatz verklagt. Sie fordert, dass der Bund für Schäden aufkommt, die die US-Streitkräfte verursachen. Konkret geht es um belasteten Klärschlamm, der nicht mehr auf die Felder ausgebracht werden kann und teuer verbrannt werden muss. Ein Prozess, der für Deutschland und die USA erhebliche finanzielle Folgen haben könnte, wenn sein Ausgang andere Geschädigte ermutigt, ebenfalls zu klagen. Derzeit wird ein Gutachten erstellt, das klären soll, inwieweit das US-Militär verantwortlich ist.

Dass im Volksfreund so oft über die Behörde berichtet wird, hat auch mit ihrem breiten Aufgabenspektrum zu tun: Mit rund 466 000 Hektar und 36 000 Wohnungen ist die Bima eigenen Angaben zufolge eine der größten Immobilieneigentümerinnen Deutschlands. Sie verkauft und verwaltet Grundstücke, die der Bund nicht mehr braucht. Sie pflegt Wald- und Grünflächen des Bundes und bietet forstliche Dienstleistungen oder Produkte wie Holz oder Wildbret an.

Großeinsatz der Spezialeinheit GSG 9 und von mehr 600 Einsatzkräften bei einem ehemaligen Natobunker in Traben-Trarbach: Von dort sollen Hackerangriffe auf Kunden der Telekom gesteuert worden sein. Dazu sollen über Webseiten weltweit illegal Waffen und Drogen verkauft und auch Kinderpornografie verbreitet worden sein. Foto: Polizei
Großeinsatz der Spezialeinheit GSG 9 und von mehr 600 Einsatzkräften bei einem ehemaligen Natobunker in Traben-Trarbach. Foto: Polizei

Zudem nimmt die Bima im Rahmen des NATO-Truppenstatuts die Interessen der Gaststreitkräfte wahr. Sie kommt also auch für Schäden auf, die das US-Militär verursacht. Allein schon aus diesem Grund wird sie in den kommenden Jahren wohl immer wieder in die regionalen Schlagzeilen kommen.

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