Das Schlimmste ist überstanden - Hochwasser-Situation in der Region beginnt sich zu entspannen

Das Schlimmste ist überstanden - Hochwasser-Situation in der Region beginnt sich zu entspannen

Trotz weiterer starker Regenfälle am Wochenende hat sich die Hochwasser-Lage in der Region Trier am Sonntag entspannt. An Mosel, Kyll, Saar, Sauer und den anderen Flüssen fallen die Pegel wieder.

Trier. (fpl/j.e./kah/cb) Das Hochwasser in der Region Trier geht allmählich zurück: "Die Höchststände sind teilweise schon überschritten", sagte am Sonntagnachmittag Karl-Heinz Ginsbach vom Hochwasser-Meldezentrum Trier. "Das ist eine gute Nachricht."
Zwar werde es noch bis Dienstag bei höheren Pegelständen bleiben, aber bereits heute soll sich eine deutliche Entspannung einstellen. "Es sind auch keine nennenswerten Niederschläge mehr zu erwarten", sagte Ginsbach. "Daher werden sich auf der ganzen Front die Pegel nach unten bewegen."

Zum Beispiel in Trier. Dort hatte die Mosel am Samstagmorgen mit 8,79 Metern den höchsten Stand erreicht. Am Sonntag waren es bereits 20 Zentimeter weniger, heute soll die Acht-Meter-Marke unterschritten werden.

Auch in den besonders betroffenen Moselorten Zell und Cochem sank der Pegel am Sonntag. In Zell steht allerdings weiterhin die Altstadt unter Wasser, am Dienstag soll es jedoch weitgehend abgeflossen sein. Die Einsatzkräfte an der Mittelmosel hatten relativ wenig zu tun. Der Sonntag sei "sehr ruhig" verlaufen, teilte die Polizei-Inspektion Bernkastel-Kues mit. Am Freitagabend blieb in der überschwemmten Zeltinger Uferallee ein LKW im Wasser stecken und musste von der Feuerwehr ins Trockene geschleppt werden.

In den Eifelkreisen war die Hochwasser-Lage am Wochenende relativ entspannt. "Wir sind glimpflich davongekommen", sagte Wehrleiter Richard Wirtz, der mit Irrel und Bollendorf die am stärksten vom Hochwasser betroffenen Gemeinden betreut. Sehr viel höher hätte das Wasser allerdings nicht steigen dürfen: Bei 20 Zentimetern mehr wären in Irrel ganze Straßenzüge betroffen gewesen. So jedoch mussten in Bollendorf und Irrel nur einige Keller leer gepumpt werden. Die Feuerwehr Gerolstein rückte nur zu zwei Einsätzen aus: So war unter anderem in Hohenfels-Essingen das Wasser in eine Ergotherapie-Praxis eingedrungen. Insgesamt sei die Situation nicht dramatisch, sagte Wehrführer Thomas Baillivet.

Etwas angespannter zeigte sich allerdings die Lage im Oberen Kylltal: Dort musste die B421 zwischen Kronenburg und Hallschlag wegen Überflutung am Sonntagmorgen gesperrt werden. Der Pegel am Kronenburger See, der als Regenrückhaltebecken für die Kyll dient, stieg von Samstag auf Sonntag um einen Meter auf 8,60 Meter bis knapp unter den Überlauf des Sees.

Die aktuellen Pegelstände an Mosel, Saar und Sauer:


 PEGEL Stand 17 Uhr Prognose 22 Uhr
 Trier 8,58 Meter fallend 8,60 bis 8,50 Meter
 Perl 5,23 Meter fallend 5,25 bis 5,15 Meter
 Zeltingen 9,11 Meter fallend 9,10 bis 9,00 Meter
 Cochem -- 7,85 bis 7,75 Meter
 Fremersdorf 4,17 Meter fallend 4,10 bis 4,00 Meter
 Bollendorf 4,41 Meter fallend 4,35 bis 4,25 Meter


Quelle: Hochwassermeldezentrum Trier, Stand Sonntag, 17.30 Uhr

Straßen gesperrt

Mehrere Straßen sind immer noch wegen des Hochwassers gesperrt. Betroffen sind nach Angaben der Polizei unter anderem folgende Strecken:

B53 an der Mosel zwischen Zeltinger Kreisel und Ürzig sowie zwischen Kinheim und Kröv und die Ortslage BraunebergB49 zwischen Ediger-Eller und Nehren, zwischen Cochem und Moselbrücke Cochem und zwischen Senheim-Senhals und BremmK133 im Kreis Trier-Saarburg zwischen Konz und WiltingenL136 an der Mosel bei Neumagen-DhronK128 im Hochwald zwischen Papiermühle und Leiwen-ZummetK58 zwischen Maring-Noviand und PlattenDie L43 bei Kordel ist nach einem Hangrutsch seit Freitagmorgen voll gesperrt.L 189 zwischen Zeltingen und LösnichL 47 zwischen Bernkastel-Kues und LieserL156/K86 zwischen Neumagen und TrittenheimK 136 zwischen Lieser und KestenB 421 zwischen Kronenburg und Hallschlag (Landkreis Vulkaneifel).