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Datenabgleich im Kampf gegen Terrorismus

Mainz. Mit einem aufwendigen Abgleich polizeilicher Daten wollen die rheinland-pfälzischen Sicherheitsbehörden möglichen Gefährdern in Sachen Terrorismus noch früher auf die Schliche kommen. Bei dem Datensuchlauf samt Abgleich doppelter Identitäten seien junge männliche Migranten herausgefiltert worden, die durch eine bestimmte Zahl oder Schwere allgemeiner Straftaten auffällig geworden seien, aber noch nicht durch politische Taten, sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Dienstag in Mainz. Diese 365 Personen, denen 2454 Straftaten im Land zuzuordnen seien, sollten nun unter anderem auch daraufhin überprüft werden, ob es Anzeichen für eine islamistische Radikalisierung gibt. „Wir haben ein Frühwarnsystem gestartet“, betonte der Minister. dpa

Das Projekt sei auch eine Reaktion auf den Anschlag von Anis Amri auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016, betonte der Präsident des Landeskriminalamtes, Johannes Kunz. Bei ihm habe es vor der Tat Erkenntnisse zu Taten im Bereich der Allgemeinkriminalität gegeben. Mit dem Abgleich in Rheinland-Pfalz wolle man nun früher auf den Übergang eines Täters von der allgemeinen hin zur politischen Kriminalität aufmerksam werden.