Datendiebstahl: Trierer Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungsverfahren

Datendiebstahl: Trierer Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungsverfahren

Mehr als 1,3 Millionen Deutsche sind bisher darüber informiert worden, dass sie Opfer des bisher wohl größten Datendiebstahls in Deutschland geworden sind. Betroffene in der Region Trier haben bereits erste Anzeigen erstattet und damit wohl zunächst die Behörden überrascht.

Ziemlich überrascht müssen am Freitagmorgen etliche Polizisten in der Region auf eine Empfehlung des Bundeskriminalamts reagiert haben. Dieses hatte am Donnerstag im Volksfreund Opfern des großangelegten Diebstahls von Daten zu E-Mail-Konten geraten, Anzeige zu erstatten. Nach TV-Informationen war bei den ersten Anfragen unklar, ob Anzeigen überhaupt angenommen werden sollten.

Insgesamt soll es allein am Vormittag im Bereich der Polizeidirektionen Trier und Wittlich mehr als 50 Anfragen gegeben haben. Bestätigen wollte das Karl-Peter Jochem von der Polizeiinspektion Trier aber nicht: "Die Zahl der Anzeigen ist noch gering". Dennoch hat es bereits Gespräche zwischen der Staatsanwaltschaft Trier und der Polizei gegeben. "Zunächst prüfen wir die Zuständigkeit", sagte der leitende Trierer Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer. "Wenn die Anzeige von Personen aus der Region stammt, werden wir dann voraussichtlich auch ermitteln". Wegen der großen Zahl an Betroffenen könnte es am Ende jedoch zu einem Sammelverfahren bei einer anderen deutschen Staatsanwaltschaft kommen.

Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurden bis Donnerstagabend mehr als 1,3 Millionen Opfer des Datendiebstahls in Deutschland informiert. Die oberste Behörde für die IT-Sicherheit in Deutschland hatte am Dienstag mitgeteilt, dass 16 Millionen Benutzerkonten von Diensten wie GMX, Web.de oder Freenet gekapert worden seien. Die gestohlenen Datensätze enthielten meist eine E-Mail-Adresse und ein Passwort. In Kombination mit anderen Informationen ist ein Identitätsdiebstahl möglich, bei dem Kriminelle auf Kosten des Opfers im Internet einkaufen könnten.

Um künftig schneller auf solche Bedrohungen reagieren zu können, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) dem BSI am Freitag mehr Geld und Personal zu.

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volksfreund.de/datenklau

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