Dehoga-Chef Gereon Haumann bleibt länger im Amt

Tourismus : Gereon Haumann bleibt bis 2029 Dehoga-Chef

Mehrheit stimmt für vorzeitige Amtszeitverlängerung.

Der Präsident des rheinland-pfälzischen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, Gereon Haumann, bleibt bis 2029 im Amt. Die Dehoga-Delegierten verlängerten die noch drei Jahre laufende Amtszeit des 52-jährigen Hoteliers am Dienstag vorzeitig um acht weitere Jahre. Damit sollen die Verdienste des seit 2009 amtierenden Präsidenten gewürdigt werden, hieß es im Vorfeld der Sitzung. Der Verband schreibt nach eigenen Angaben im dritten Jahr beim operativen Ergebnis schwarze Zahlen.

An der vorzeitigen Amtszeitverlängerung hatte es im Vorfeld der Sitzung Kritik gegeben. Der Dehoga-Kreisverband Bernkastel-Witlich wollte, dass die Abstimmung verschoben wird (der TV berichtete). Ein entsprechender Antrag fand aber bei den rund 100 Delegierten nach Informationen unserer Zeitung keine Mehrheit.

Die Kreisvorsitzenden hatten das Dehoga-Präsidium bereits im März einstimmig dazu aufgefordert, einen Vorschlag zu unterbreiten, um Gereon Haumann möglichst langfristig an den Verband zu binden. So kam es nach Verbandsangaben zu der nun beschlossenen vorzeitigen Verlängerung der Amtszeit.

Der 52-Jährige sagte unserer Zeitung, er empfinde dies als Dank für die von ihm in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit. Es habe mehrere Versuche gegeben, ihn abzuwerben. „Gehen Sie davon aus, dass es die ein oder andere Anfrage aus der Wirtschaft gegeben hat.“ Er brenne aber nach wie vor für den Gaststättenverband Dehoga. Wie aus Verbandskreisen zu hören ist, soll sich der studierte Diplom-Kaufmann sein Engagement aber auch äußerst gut bezahlen lassen.

Am Dienstag wurde in Anwesenheit zahlreicher Prominenz aus Politik und Wirtschaft auch die neue Dehoga-Geschäftsstelle in Bad Kreuznach eingeweiht. Man sei stolz darauf, bei dem 5,5 Millionen teuren Projekt die geplanten Kosten und Bauzeit eingehalten zu haben, sagte Haumann. Nur ein Viertel der 2300 Quadratmeter Bürofläche nutze der Landesverband selbst, der Rest sei an größtenteils  branchennahe Unternehmen vermietet. Laut Haumann flossen keine Mitgliedsbeiträge in den Bau; für Tilgung und Zins würden die Vermietungseinkünfte genutzt.

Vor der neuen Geschäftsstelle demonstrierten Mitglieder der Gewerkschaft NGG gegen das ihrer Ansicht nach zu magere Tarifangebot der Arbeitgeber „von nicht einmal einem Prozent plus pro Jahr“. Der Hotel- und Gaststättenverband fordert flexiblere Arbeitszeiten und die Anerkennung des Gastgewerbes als Saisonarbeitsbranche. Dann könnten durch Jahresarbeitszeitkonten viele befristete Arbeitsverhältnisse in ganzjährige Dauerarbeitsplätze umgewandelt werden.

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hat in Rheinland-Pfalz rund 5000 Mitgliedsbetriebe.

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