Meinung zu günstigerem Nahverkehr in Rheinland-Pfalz: Dem Land fehlt es an Mut

Meinung zu günstigerem Nahverkehr in Rheinland-Pfalz : Dem Land fehlt es an Mut

Geht es um die Frage, wie die Ampelkoalition den öffentlichen Nahverkehr in Schwung bringen will, fehlt es bislang an einer gemeinsamen Vision und Mut.

Wo Nachbarländer wie Hessen mit dem 365-Euro-Ticket für Schüler und Azubis längst voranschreiten und das Modell nun sogar noch für Senioren öffnen, herrscht in Rheinland-Pfalz Stillstand.

Das Geflecht aus regionalen Verkehrsverbünden macht zwar ganz eigene Angebote. Die sind aber weit entfernt vom landesweiten, hessischen Anreiz, der ernsthaft darauf zielt, auf Bus und Bahn umzusteigen, was viele junge Menschen offenkundig annehmen.

In Rheinland-Pfalz treten Jugend-Lobby, Opposition und Wirtschaftskammern nun auf das gleiche Pedal, indem sie Vergünstigungen für Azubis und Schüler ab der 11. Klasse fordern. Deren Argumente sind nicht von der Hand zu weisen: Auch Studenten profitieren von günstigeren Tickets, Azubis verdienen nicht die Welt und müssen bei weiten Strecken zum Betrieb rechnen, wie sie 100 Euro und mehr für ein Monatsticket berappen. Eltern, die Tickets für mehrere Kinder zahlen müssen, verlieren monatlich ein kleines Vermögen.

Dass die Grünen für ein Ticket nach hessischem Vorbild sind und die FDP es ablehnt, spricht nicht dafür, dass die Ampel in der Frage eine Linie findet. Schade!

f.schlecht@volksfreund.de

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