Demo am Ring zum Formel-1-Start: Verkehrschaos befürchtet

Demo am Ring zum Formel-1-Start: Verkehrschaos befürchtet

Die Formel-1-Fans müssen sich am kommenden Sonntag auf eine chaotische Anreise zum möglicherweise letzten Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring einstellen. Der Verein „Save the Ring“ hat zu einer Demonstration unmittelbar vor dem Start des Rennens aufgerufen.

Zwischen 70.000 und 80.000 Besucher werden am kommenden Sonntag an der Traditionsrennstrecke in der Eifel erwartet. Auch ohne Demo schlängelt sich der Verkehr am Rennsonntag seit Jahren in kilometerlangen Staus durch die Eifel, da der Nürburgring nur über eine Landstraße zu erreichen ist. Es droht ein Verkehrschaos.

Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) hatte vor wenigen Tagen angekündigt, die finanzielle Unterstützung des Landes für den Nürburgring einzustellen. Da Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone eine Gebühr von 20 Millionen Euro verlangt, droht dem Streckenbetreiber ohne Zuschüsse ein Millionenverlust. Sollte Ecclestone bei den anstehenden Verhandlungen kein Entgegenkommen signalisieren, wird es künftig wohl kein Formel-1-Rennen mehr auf dem Nürburgring geben. Das sagte Nürburgring-Chef Jörg Lindner.

Das drohende Aus will auch der Verein "Ja zum Nürburgring", verhindern. "Für mich ist die derzeitige Situation sogar viel kritischer als damals", sagt Otto Flimm, Vorsitzender der Initiative. Deshalb gelte das Motto "Rettet den Nürburgring" mehr denn je. Laut Flimm sei die Protestaktion bereits von den Behörden und der Polizei genehmigt worden. Das bestätigte die Kreisverwaltung Ahrweiler. Um Staus zu vermeiden, empfiehlt die Initiative eine möglichst frühe Anreise.

Der Start der Achterbahn pünktlich zum Formel-1-Wochenende ist praktisch gescheitert. Die zuständige Genehmigungsbehörde, der Kreis Ahrweiler, versagte dem Ringracer auch nach rund zweijähriger Testphase den Betrieb. dpa