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Der stolze Hahn lässt kräftig Federn

Der stolze Hahn lässt kräftig Federn

Der Flughafen Hahn kommt nicht raus aus den roten Zahlen. 17 Millionen Euro betrug das Minus im vergangenen Jahr. Der Vize der CDU-Landtagsfraktion, Alexander Licht, spricht von einem katastrophalen Ergebnis.

Lautzenhausen. "Flughafen Frankfurt-Hahn spart 10 Millionen Euro ein" lautet die optimistisch klingende Überschrift über die Mitteilung, die die Sprecherin des Flughafens Hahn am Freitag verbreitete. Dass der Hahn im vergangenen Jahr aber ein Minus von 17,4 Millionen Euro gemacht hat, wird erst ganz am Ende erwähnt.
Reduzierung der Kosten


Schuld an dem erneuten Defizit sei ein Einbruch im Frachtgeschäft. Bei den Passagieren sei ein Plus von neun Prozent auf 2,7 Millionen im vergangenen Jahr verzeichnet worden.
Bereits Ende vergangenen Jahres wurde mit einem solchen Defizit gerechnet. Hahn-Aufsichtsratschef Salvatore Barbaro (SPD) sprach damals von einem Minus zwischen 16 und 18 Millionen Euro. 2014 lag das Defizit noch bei 45 Millionen Euro. Allerdings waren darin noch Sonderabschreibungen eingerechnet. Ohne diese belief sich das Minus 2014 auf etwa 18 Millionen Euro. Damit befinde sich das Finanzergebnis auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr, heißt es. CDU-Fraktionsvize Alexander Licht spricht von einem katastrophalen Ergebnis. Der Umsatz des Hahn habe sich seit 2012 nahezu halbiert auf fast 20 Millionen Euro. Trotzdem sprechen die Hahn-Verantwortlichen von einer positiven Bilanz. Seit 2013 seien durch Einsparungen und neu verhandelte Verträge die Kosten um rund zehn Millionen Euro reduziert worden. Zu diesem Sanierungsprogramm gehöre auch der Abbau von 100 Stellen, insgesamt sei die Zahl der Beschäftigten auf derzeit 315 reduziert worden.
Man konzentriere sich darauf, die Fracht- und Passagierzahlen zu steigern, sagt Bunk. Allerdings wird in der Mitteilung des Flughafens mit keinem Wort der anstehende Verkauf an den chinesischen Investor SYT erwähnt. SYT hat eine Rückkehr der im vergangenen Jahr vom Hahn nach München umgezogenen chinesischen Frachtfluggesellschaft Yangtze River Express in Aussicht gestellt. Eine konkrete Zusage liegt aber nicht vor.