Der wärmste Dezember aller Zeiten: Haselpollen statt Schneeflocken

Der wärmste Dezember aller Zeiten: Haselpollen statt Schneeflocken

Wer endlich rodeln und durch Schnee stapfen will, darf auf den Januar hoffen. Nach einem deutlich zu warmen Jahr 2015 soll es bald kühler werden. Die Natur ist allerdings schon in Frühlingsstimmung.

Mücken tanzen im Sonnenlicht, der Hasel blüht, das Gras ist saftig grün und deutschen Medien ist es eine Nachricht wert, dass aktuell Kaltluft Richtung Ostdeutschland strömt. Kaltluft, die im Dezember sonst höchstens im Wetterbericht erwähnt würde. Doch ist dieser Dezember nicht normal.

Er sprengt laut TV-Wetterexperte Dominik Jung alle Temperaturrekorde: Es wird der mit Abstand wärmste, der in Deutschland je gemessen wurde. Statt der durchschnittlichen 0,8 Grad ist er im Schnitt 6,8 Grad warm. Noch einmal zwei Grad mehr als 1934 und 1974, den mit 4,8 Grad bisher wärmsten Dezembern. Nur ein einziges Mal gab es in Trier Frost: minus 0,5 Grad am 5. Dezember.

Ohnehin ist 2015 ein Jahr der Temperaturrekorde. Die US-Wetterbehörde geht davon aus, dass es global betrachtet das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wird. In Deutschland schlägt 2015 das Jahr 2014 laut Jung zwar wohl knapp nicht. Dennoch gab es neue Rekorde: 40,3 Grad wurden in Kitzingen bei Würzburg gemessen. Und Trier erlebte am 4. Juli 2015 mit 38,8 Grad den heißesten Julitag aller Zeiten. Mit Ausnahme von September und Oktober waren in der Region alle Monate zu warm und zu trocken.

Kälterekorde gibt es - wen wundert's - keine zu vermelden. Das alles hat Folgen: Allergiker leiden schon jetzt unter Pollenflug, Zecken krabbeln, Bienen fliegen, Zugvögel bleiben hier und Narzissen blühen Monate zu früh. Während die Einzelhändler auf ihren Winterpullovern sitzen bleiben, hoffen die Skigebiete auf Schnee.

Am Erbeskopf, dem höchsten Berg von Rheinland-Pfalz (816 Meter), ist alles startklar. "Wir hoffen, dass es einen Kälteeinbruch gibt", sagt Betriebsleiter Klaus Hepp. Noch sei alles drin, auch in der Vorsaison sei der Skibetrieb erst im Januar richtig angelaufen. Dennoch wurden 150000 Sportler am Erbeskopf gezählt. Tatsächlich kühlt es langsam ab. Aber: Wird es auch schneien? "Es ist ungewiss, ob die Kaltluft es überhaupt bis in die Region Trier schafft", sagt Jung. Alles sei möglich.

Mehr von Volksfreund