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Der Wasserverbrauch ist in der Region Trier stark gestiegen

Wetter/Klima : Hitze und Dürre: Erste Gemeinden rufen zum Wassersparen auf

Weil Menschen ihre Pools befüllen und Gärten bewässern, ist der Wasserverbrauch stark gestiegen, in manchen Orten um 50 Prozent. Jetzt beginnen Verbote, Appelle und Mahnungen.

Nach extrem heißen und schwülen Tagen wird es hier und dort zwar gewittern. Doch während in dem einen Ort Sturzfluten vom Himmel kommen und Hänge abrutschen, fällt ein paar Kilometer weiter kein bisschen Regen. „Das ist der punktuelle Tropfen auf den heißen Stein“, sagt TV-Wetterexperte Dominik Jung. Flächendeckender Landregen, der die Dürre beenden könnte, sei nicht in Sicht.  Der Dürremonitor Deutschland des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung zeigt ein Bild, das inzwischen allzu vertraut ist: Rot ist auf den Karten die dominierende Farbe. Rund um Prüm, in Teilen der Vulkaneifel und des Hochwaldes herrscht „außergewöhnliche Dürre“. Schlimmer geht’s nicht. Auch in den meisten anderen Orten der Region ist die Dürre „extrem“ oder „schwer“. Gleichzeitig ist der Wasserverbrauch deutlich gestiegen, weil Menschen ihre Gärten bewässern oder neue Pools befüllen, die sie darüber hinwegtrösten, dass der Urlaub an der Küste ausfiel. In Bitburg fließen 25 Prozent mehr Wasser als im Winter: Verbrauchten die Bitburger im Januar noch 171 Liter Wasser pro Kopf, so sind es nun 215. In manchen Wasserwerken der VG Saarburg-Kell ist der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr sogar um 50 Prozent in die Höhe geschossen. Wasserversorger aus der Vulkaneifel nennen auch steigende Touristenzahlen als Ursache der „massiv rückläufigen“ Grundwasserbestände.

Erste Gemeinden haben nun Verbote erlassen und zur Sparsamkeit aufgerufen. So dürfen in Morbach keine Sportanlagen mehr bewässert werden. Die VG Saarburg-Kell ruft Bürger auf, die lebenswichtige Ressource nicht für Autowäsche oder Flächenreinigung zu nutzen. Gemüse und Obstgärten könne man „im notwendigen Umfang“ weiter gießen. Die VG Bernkastel-Kues appelliert, Rasen nicht mit Trinkwasser zu besprühen.

Einen Notstand, wie er aus Gemeinden in Niedersachsen oder Hessen gemeldet wird, gibt es in der Region nicht. Das Problem dieser Orte sei, dass sie von Quellen abhängig seien, die – anders als Tiefbrunnen oder Stauseen – bei Trockenheit versiegten, erklärt Horst Meierhofer vom Landesverband der Wasserwirtschaft. In der Region ist überall noch genug Wasser vorhanden. Auch die Trierer Riveristalsperre ist gut gefüllt.

„Der Engpass ist nicht, dass das Wasser ausgeht, sondern dass die Infrastruktur an ihre Grenzen stößt“, sagt Meierhofer. In anderen Worten: So viel Wasser, wie die Leute zu Spitzenzeiten plötzlich haben wollen, passt womöglich gar nicht durch die Rohre. Das rheinland-pfälzische Umweltministerium bittet Bürger daher, Pools an sehr heißen Tagen nicht zu füllen.

Aktuell ist die Versorgung gesichert, aber „der Klimawandel hat besorgniserregende Auswirkungen“, teilt das Ministerium mit. Die Jahresmitteltemperatur sei im Land seit Beginn der Aufzeichnungen um 1,6 Grad gestiegen. Zudem bilde sich pro Jahr ein Viertel weniger Grundwasser, als es im langjährigen Mittel üblich war. „Daher werden wir künftig weniger Wasser haben“, heißt es aus dem Ministerium, das Bürgern rät, Regen zu sammeln, sparsame Armaturen und Geräte zu nutzen oder trockenheitsresistente Stauden und Gehölze zu pflanzen.