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Der Wirtschaft in der Region fehlen derzeit 3000 Mitarbeiter

Der Wirtschaft in der Region fehlen derzeit 3000 Mitarbeiter

Der Arbeitsmarkt hat sich im vergangenen Jahr in der Region von seiner besten Seite gezeigt. Doch wie geht es 2012 weiter? Der TV hat die regionalen Akteure zu den Aussichten befragt. Ergebnis: 3000 Stellen könnten direkt besetzt werden.

"Normalerweise ist eine solche Prognose nur ein Blick in die Glaskugel: Doch ich habe gelernt, die Region ist sehr berechenbar. Deshalb bin ich für den Arbeitsmarkt 2012 sehr optimistisch", sagt der Chef der Arbeitsagentur für Trier, Wolfram Leibe. Schon das abgelaufene Jahr hat dem regionalen Arbeitsmarkt beste Werte beschert: Im Schnitt waren 10?500 Menschen auf Jobsuche, die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag bei 3,9 Prozent.

Die stabile Situation hat für Leibe viele Gründe: ein interessanter Branchenmix mit kleinen und mittleren Unternehmen, die Nähe zu Luxemburg, wo rund 27.000 Grenzpendler Arbeit finden und der demografische Wandel, der schon Spuren am Arbeitsmarkt hinterlässt. "Wir haben sehr wichtige Branchen, die konjunkturunabhängig sind wie der Gesundheits- und Pflegebereich sowie einen starken und robusten Handel", erklärt Leibe. Von den etwa 153.000 Beschäftigten in der Region sind gut 25.000 im Bereich Gesundheit und Sozialwesen beschäftigt, ebenso viele im Segment Handel, allein 13?000 im Einzelhandel.

"Luft nach oben", signalisiert der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Trier (HWK), Manfred Bitter: "Trotz der absehbaren konjunkturellen Risiken blickt das Handwerk der Region sehr zuversichtlich in das Jahr 2012. Insbesondere die Beschäftigungschancen für qualifizierte Kräfte sind weiterhin über fast alle Branchen hinweg sehr gut." Mit 35.000 Beschäftigten und über 4000 Lehrlingen ist das regionale Handwerk einer der wichtigsten Ausbilder und Arbeitgeber der Region. Derzeit bietet das Handwerk 1500 freie Arbeitsplätze für qualifizierte Fachkräfte an.
Auch die Experten der Industrie- und Handelskammer (IHK) lassen sich von ersten Anzeichen eines Abschwungs nicht verunsichern. "Wir gehen davon aus, dass die Arbeitslosenquote unter vier Prozent bleibt, und rechnen mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahlen", sagt IHK-Geschäftsführer Matthias Schmitt. Im IHK-Bereich seien derzeit etwa 1500 Arbeitsstellen zu besetzen: Doch die Fachkräfte fehlen.