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Deutsche lieben Silvester-Böller: 120 Millionen Euro für Pyrotechnik

Deutsche lieben Silvester-Böller: 120 Millionen Euro für Pyrotechnik

Eine dreistellige Millionensumme werden die Deutschen beim heute beginnenden Verkauf von Feuerwerkskörpern für Silvester 2013 ausgeben. Dabei wächst der Anteil des Internet-Handels - Experten raten zur Vorsicht. Für Kontroversen sorgt der alljährliche Aufruf "Brot statt Böller".

Heute beginnt die gesetzliche Drei-Tages-Frist für den Böller-Verkauf, in den Läden der Region dürften sich Schlangen vor den Regalen mit der Pyrotechnik bilden. Zeitgleich startet die Auslieferungsfrist für Feuerwerkskörper, die via Internet bestellt wurden.

Experten wie Christian Lohrer vom Bundesamt für Materialforschung empfehlen, sich vor dem Zünden zu informieren, ob die Online-Knaller zertifiziert sind und damit den deutschen Sicherheitsvorschriften entsprechen. Gleiches gelte für Böller, die in Nachbarländern erworben werden. So kann man etwa in Luxemburg legal Knallkörper mit Zündern kaufen, die in Deutschland nicht zugelassen sind. "Wenn auf einem Produkt mit einem Totenkopf geworben wird und es keine Bedienungsanleitung auf Deutsch gibt, dann Finger weg!", rät Lohrer, dessen Bundesamt in diesem Jahr 439 Silvester-Artikel neu zugelassen hat.

Komplet tabu: selbst gebaute Böller. "Lebensgefährlich", so die Experten. Im Eifelort Winterspelt hatte ein Bastler an Heiligabend einen entsprechenden Versuch mit dem Leben bezahlt .

So regelmäßig wie das Silvesterfeuerwerk entzünden sich auch am Jahresende die Diskussionen, ob es nicht sinnvoller sei, das Geld statt für Kracher (beim letzten Jahreswechsel laut Handel 124 Millionen Euro, in diesem Jahr wird Ähnliches erwartet) lieber für einen guten Zweck zu spenden. Einen entsprechenden Aufruf gab das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt auch 2013 heraus.

Widerspruch kommt ausgerechnet von der linken Aktion 3. Welt Saar mit Sitz in Losheim. Der kirchliche Aufruf trage "Lustfeindlichkeit zur Schau" und appelliere "lediglich an das schlechte Gewissen". Wolle man den weltweiten Hunger bekämpfen, brauche es "keine Spendenaufrufe, sondern eine andere Agrarpolitik".