Die Akteure in Ägypten

Das Regime: Präsident Mubarak regiert im 30. Amtsjahr. Er übernahm die Führung Ägyptens, nachdem 1981 Islamisten seinen Vorgänger Anwar al-Sadat ermordet hatten.

Seine Macht stützt Mubarak auf das Militär, die Polizei, den Geheimdienst Muchabarat und auf die Staats- und Regierungspartei NDP. Seit dem Sadat-Attentat gilt in Ägypten ein Ausnahmezustand, der es dem Regime ermöglicht, die politischen Freiheiten einzuschränken.

Die Opposition: Die Opposition kann sich eingeschränkt organisieren, dabei aber nicht wirklich bei Wahlen antreten. Als stärkste Oppositionskraft gilt die islamistische Muslimbruderschaft.

Die Medien: Sie sind ein wichtiges Forum für die Verbreitung regimekritischer Nachrichten. Es gibt eine lebendige Szene von Zeitungen mit zum Teil eigenen Internet-Auftritten. Von enormer Bedeutung ist der arabische Nachrichtenkanal Al-Dschasira, der über Satellit empfangen werden kann und ungeschminkt über Konflikte in der gesamten Region berichtet. Am Sonntag wurde die Akkreditierung der Redakteure in Ägypten entzogen, die Sendelizenz des Kairoer Büros von Al-Dschasira widerrufen.

Das Militär: Jeder ägyptische Präsident seit der Revolution von 1952, auch Mubarak, kommt aus den Streitkräften. Die Armee ist ein Staat im Staate - nicht nur mit eigener Gerichtsbarkeit, sondern auch mit eigenen Firmen, die in ihrem Geschäftsfeld oft über Staatsmonopole verfügen.

Die Polizei: Sie ist vielen Ägyptern verhasst. Auf ihren Wachstuben werden die Delinquenten - egal ob Kriminelle oder politische Gefangene - verprügelt und gefoltert. Mit ihren fragwürdigen Methoden hält sie in dem bevölkerungsreichen und verarmten Land zugleich ein Minimum an öffentlicher Ordnung aufrecht.

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