Mobilität: Die Auswirkungen des kostenlosen Nahverkehrs in Luxemburg

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Die CDU will von der Landesregierung wissen, wie sie auf die Pläne des Landes Luxemburg reagiert. Das neue Angebot kann im Nachbarland nächste Woche getestet werden.

Die Auswirkungen des kostenlosen Nahverkehrs in Luxemburg beschäftigen demnächst den rheinland-pfälzischen Landtag. Der CDU-Abgeordnete Arnold Schmitt aus Riol (Trier-Saarburg) hat zwei Anfragen an die Landesregierung gestellt. Darin will er zum einen wissen, ob und wo es möglicherweise zusätzliche P&R-Plätze auf deutscher Seite geben werde. Der luxemburgische Verkehrsminister François Bausch hatte am Wochenende im Gespräch mit dem TV angedeutet, dass Luxemburg bereit wäre, sich an Kosten für den Bau solcher Umsteige-Parkplätze auf deutscher Seite zu beteiligen.

Schmitt will auch wissen, wie Pendler aus der Region von dem kostenlosen Nahverkehr profitieren können. Nach den bisherigen Plänen sollen Pendler, die für die Fahrt nach Luxemburg Bus oder Bahn nutzen, dafür bis zur Grenze zahlen (der TV berichtete). Ab März kommenden Jahres soll die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in Luxemburg weitgehend kostenfrei möglich sein (außer in der ersten Klasse der Bahn). Wie hoch die Ticketpreise für Pendler aus der Region dann sein werden, steht laut dem zuständigen Verkehrsverbund Region Trier (VRT) noch nicht fest.

Der luxemburgische Verkehrsminister Bausch hatte im Gespräch mit unserer Zeitung angeregt, dass Pendler in der gesamten Großregion kostenlos mit Bus und Bahn fahren sollten. Kritisch äußerte er sich dazu, dass die sogenannte Weststrecke in Trier wohl nicht vor 2024 in Betrieb gehen soll. Auf der Strecke, auf der bislang überwiegend Güterzüge fahren, sollen Nahverkehrszüge am Trierer Hauptbahnhof vorbei nach Luxemburg verkehren. Um eine Anbindung an das Bankenviertel auf dem luxemburgischen Kirchberg zu schaffen, soll laut Bausch die in Luxemburg-Stadt verkehrende Tram bis zum Bahnhof Munsbach, an dem auch die Züge aus Trier halten, verlängert werden.

CDU-Politiker Schmitt will von der rheinland-pfälzischen Landesregierung wissen, wie der Stand der Reaktivierung der Weststrecke ist.

Unterdessen bereitet sich Luxemburg auf den kostenlosen Nahverkehr vor. Im Rahmen der europäischen Mobilitätswoche soll er in der kommenden Woche getestet werden. Eine Woche lang können Bus, Bahn und Tram kostenlos genutzt werden. Außerdem stellt Bausch nächste Woche eine App vor, die ermöglichen soll sowohl öffentliche Verkehrsmittel als auch die Situation im Straßenverkehr in Echtzeit mitzuverfolgen.

„Durch die Integration aller Transportmittel, unter anderem Elektromobilität, kombinierte Angebote der P+R Parkplätze und Fahrradverleihsysteme ist es dem Nutzer nun möglich, eine auf ihn zugeschnittene Verkehrskette zu entwerfen“, heißt es seitens des luxemburgischen Verkehrsministeriums.

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