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Die Eifel: Mehr als nur ein Gebirge - was man dort entdecken kann

Naturparadies : Die Eifel: Mehr als nur ein Gebirge - was man dort entdecken kann

Sie ist ein Mittelgebirge, Naherholungsgebiet, Wirtschaftsstandort und Naturparadies: Die Eifel hat viele Gesichter und mindestens genauso viel zu bieten.

Viele Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen nutzen die Eifel für Kurzurlaube oder Wochenendtrips. Sie bietet romantische Städtchen und im Nationalpark wunderschöne Wanderwege. Und die Eifel ist spektakulär. In der Vulkaneifel brodelt es. Die Eifel ist aber noch etwas ganz anderes, nämlich völkerverständigend. Sie ist nur ein Teil des Mittelgebirges, das in Luxemburg und Belgien in die Ardennen übergeht. Insgesamt umfasst die Eifel eine Gegend von mehr als 5300 Quadratkilometern.

Wo genau ist die Eifel?

Die Eifel ist ein Teil des Mittelgebirges, das in Belgien und Luxemburg in die Ardennen übergeht. Sie ist rund 5300 Quadratkilometer groß und liegt zwischen Aachen, Trier und Koblenz. Sie grenzt an das Rhein- und an das Moseltal. Damit liegt die Eifel in gleich zwei Bundesländern, nämlich in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. In ihrem Norden grenzt sie an die Hochmoorlandschaft Hohes Venn.

Welche Städte liegen in und um die Eifel?

Da die Eifel ein recht großes Gebiet umfasst, liegen in ihr auch zahlreiche Städte. Bad Münstereifel ist sicher eine der bekanntesten. Aber auch größere Städte gehören, zumindest in Teilen, dazu. Eine von ihnen ist Trier. Die Stadt grenzt an den Südrand der Eifel. An ihrem Nordrand grenzt die Eifel zudem an Aachen und im Osten an Koblenz. Doch so bekannt diese Städte auch sind, sie sind nicht das prägende Gesicht der Eifel. Vielmehr sind es die kleinen Städte, welche diese Region prägen und zum Urlaub einladen. Mit Bitburg und Gerolstein gehören zwei Städte zur Eifel, deren Namen deutschlandweit bekannt sind durch Getränke, die in ihnen hergestellt werden.

Was kann man in der Eifel besichtigen?

Zum Bild der Eifel gehören zahlreiche Orte, die man besichtigen kann. Einige von ihnen sind Burgen. Ein Ziel ist zum Beispiel die 1115 errichtete Burg Blankenheim. Besonders bekannt ist die ebenfalls aus dem zwölften Jahrhundert stammende Burg Eltz. Sie liegt inmitten teils unberührter Natur und zierte sogar für einige Jahre den 500 D-Mark-Schein. Auf Burg Eltz können die Besucher an Führungen teilnehmen oder selber rund um die Burg in Wäldern die Natur entdecken. Unweit von Burg Eltz liegt die Burg Pyrmont. Wer mag, der kann damit gleich zwei Burgen an einem Tag erkunden. Bekannt ist auch die Burg Nideggen. Sie war ab dem zwölften Jahrhundert Residenz der Grafen zu Jülich. Sehenswert sind auch die Burgen Reifferscheid, Rittersdorf, Stolberg und Olbrück. Ein Star in der Burgenlandschaft der Eifel ist aber die Burg Satzvey. Sie ist umgeben von einem Weiher und gilt als eine der schönsten Wasserburgen des Rheinlands. Besitzer ist Franz Josef Graf Beissel von Gymnich junior. Er verantwortet auch die alljährlichen Ritterspiele, zu denen viele Besucher anreisen.

Zahlreiche Museen laden in die Eifel ein. Zu ihnen gehören unter anderem die Bitburger Erlebniswelt und das Römerbergwerk Meurin in Kretz. Während es im einen Museum um Braukunst geht, ist das andere das archäologische Highlight im Vulkanpark. Unbedingt einen Besuch wert ist auch das LVR-Freilichtmuseum Kommern in der Nähe von Mechernich. Dort können die Besucher erleben, wie das Leben in der Eifel früher ausgesehen hat. Auf dem Gelände des Museums stehen historische Gebäude und es gibt Bauernhoftiere.

Welche touristischen Highlights hat die Eifel?

Die touristischen Highlights der Eifel sind die zahlreichen Burgen, die Vulkaneifel mit ihren Maaren, die vielen Museen, der Sternenpark und natürlich der Nationalpark Eifel. Zu den Top-Ausflugzielen gehört die Genovevaburg in Mayen. Sie beherbergt das Eifelmuseum und das Deutsche Schieferbergwerk. Von den mehr als 70 durch Vulkanismus entstandenen Maaren sind die meisten heute verlandet. Zwölf sind aber noch mit Wasser gefüllt. In einigen von ihnen dürfen Besucher ein erfrischendes Bad nehmen.

Autofreunde kennen die Eifel wegen des Nürburgrings und auch wegen seiner Nordschleife. Die Rennstrecke war viele Jahre Gastgeber für Rennen der Formel 1. In Wallenborn können Touristen ein besonderes Schauspiel erleben. Alle 35 Minuten schießt dort ein Kaltwasser-Geysir aus der Erde. Vulkanische Aktivitäten lassen sich am Laacher See beobachten, wenn dort Luftblasen aufsteigen. Verborgen unter dem See liegt ein Supervulkan, der zuletzt vor rund 13.000 Jahren ausgebrochen war und damals seine Asche in halb Mitteleuropa verbreitete. Auch die nicht weit entfernte Abtei Maria Laach gehört zu den touristischen Highlights der Eifel.

Wer das Mittelalter mag, der ist auf Burg Eltz genau richtig. Sie gilt als Märchenburg. Eine dunkle Vergangenheit hat die NS-Ordensburg Vogelsang. Heute finden dort Führungen statt, ehe sich die Besucher in der dortigen Gastronomie bei einem schönen Blick über die Eifel erholen.

Wo ist es am schönsten in der Eifel?

Über die Frage, wo es in der Eifel am schönsten ist, streiten sich die Geister. Denn dafür muss erst einmal die Frage geklärt sein, was man in der Eifel erleben möchte. Zieht es Touristen in kleine, romantische Orte, dann liegt zum Beispiel Monschau ganz weit vorne. Die Stadt hat viele Fachwerkhäuser, enge Gassen und in der Adventszeit einen berühmten Weihnachtsmarkt. Bekannt ist Monschau aber auch für seine historische Senfmühle, in der seit Generationen Senf hergestellt wird. Aber auch die Monschauer Glashütte zieht viele Besucher an.

Ein weiterer beliebter Ort in der Eifel ist Daun. Das Städtchen ist ein Kneippkurort und lädt zu einem Wellnessurlaub ein. Auch Mechernich wird gerne von Touristen angesteuert. Dort liegt der Hochwildpark Rheinland. Ein Highlight in Mechernich ist die Burg Satzvey, die alljährlich ein Ritterfest bietet, das über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt ist. Auch das Freilichtmuseum Kommern ist nicht weit entfernt.

Gerne angesteuert wird von Touristen zudem Heimbach. Der Ort ist die kleinste Stadt in Nordrhein-Westfalen und bekannt für die Rurtalsperre. Immer einen Besuch wert ist Bad Münstereifel. Der Ort war 2021 jedoch besonders von der Hochwasserkatastrophe betroffen. Weite Teile der Stadt wurden zerstört.

Wer statt kleinen Städtchen und Ortschaften lieber die Natur sucht, ist im Nationalpark Eifel genau richtig. Hier gibt es zahlreiche Wander- und Radwege, auf denen man die Landschaft erkunden und entdecken kann. Einer der beliebtesten Wege ist der Eifelsteig. Er führt von Aachen nach Trier und ist 313 Kilometer lang. Unterwegs gibt es angenehme Hügellandschaften, die Hochmoorlandschaft des Hohen Venns und Felspassagen im Nationalpark Eifel zu entdecken. Auch die Urfttalsperre, die Burg Vogelsang und eine römische Wasserleitung liegen auf dem Weg. Da macht das Wandern richtig Spaß. In der Vulkaneifel können die Wanderer schließlich Maare entdecken. Wer eine Wanderung in oder durch die Eifel plant, für den gibt es sogar eine spezielle "Rheinland-Pfalz erleben APP", die viele Informationen und Karten bereithält. Gerade im Frühling eine gute Idee.

Wem Touren durch Städte oder Wanderungen zu anstrengend sind, der findet im Naturpark und in der Vulkaneifel auch einfach nur Ruhe und kann sich an lauschigen Plätzen erholen. Die Vulkaneifel ist dabei besonders spannend, denn hier ist die Erde in Bewegung. Die vielen kleinen Seen sind Maare, die durch Vulkanismus entstanden sind. Die Vulkane in der Eifel sehen zwar friedlich aus, doch es blubbert in ihnen. Experten halten es daher für denkbar, dass es eines Tages zu einem Vulkanausbruch in der Eifel kommen könnte. Der letzte Ausbruch liegt jedoch mehr als 13.000 Jahre zurück.

Die Eifel ist auch ein Tipp für Sternenfreunde. Weil es im Nationalpark keine störenden Lichtquellen gibt, kann man von dort aus besonders gut den Nachthimmel beobachten. Der Internationale Platz Vogelsang mit seiner Sternwarte darf sich daher auch Sternenpark nennen.

Wegen ihrer hügeligen Struktur ist die Eifel auch ein beliebtes Ziel von Motorradfahrern, die dort schöne, kurvige Strecken finden. Doch sie sind Fluch und Segen zugleich. Zum einen sind die Biker potenzielle Kunden vieler Gastronomen und Veranstalter, zum anderen sorgen sie durch Abgase für schlechte Luft, und das Dröhnen der Motoren stört die Bewohner der Eifel.

Welche Berge gehören zur Eifel?

Die Eifel ist ein Mittelgebirge und deshalb gibt es in ihr auch Berge. Die kann man bei Wanderungen durch den Nationalpark Eifel erkunden und dabei die Natur und die Landschaft entdecken. Die höchste Erhebung ist die Hohe Acht in der Osteifel. Die Hohe Acht ist der einzige Berg der Eifel, der mehr als 700 Meter hoch ist, nämlich 746,9 Meter. Der Berg ist die Grenze der beiden Landkreise Ahrweiler und Mayen-Koblenz. Auf der Spitze des Berges steht der Kaiser-Wilhelm-Turm. Er wurde 1908 anlässlich der Silberhochzeit von Kaiser Wilhelm II. und zum Gedenken an Kaiser Wilhelm I. errichtet. Im Winter dient die Hohe Acht als Wintersportgebiet. Ansonsten ist die Landschaft ein gutes Gebiet zum Wandern.

Ein ebenfalls bekannter Berg ist der Schwarze Mann in der Westeifel. Er ist 697,8 Meter hoch und eine der höchsten Erhebungen in der Eifel. Der Schwarze Mann liegt in der Nähe von Buchet-Halenfeld. Seinen Namen verdankt er den schwarzen Gesichtern von Bergleuten, die im Bergwerk Bleialf Bleierz abbauten.

Seit wann wird der Name Eifel verwendet?

Die Eifel hatte nicht immer diesen Namen. Die Römer nannten die Gegend zwischen Rhein, Maas und Mosel schlicht „Hochwald“ – natürlich auf Lateinisch. Im frühen Mittelalter tauchten dann erstmals Begriffe auf, die an die heutige Eifel erinnern. Die Franken unterteilten ihr Reich in Gaue. So gab es den Eifelgau und den Ardennengau. Nach dem Ende des Frankenreichs etablierte sich über die Jahrhunderte der Name „Eifel“ für den deutschsprachigen Teil des Mittelgebirges. Der französischsprachige Teil hingegen heißt „Ardennen“.

Welche Wirtschaftszweige sind in der Eifel wichtig?

Einer der Hauptwirtschaftszweige der Eifel ist der Tourismus. Weite Teile der Eifel sind auch durch die Landwirtschaft geprägt. Neben klassischen Betrieben gibt es auch solche, die Tabak und Hopfen anbauen. Auch Bergbau wird in der Eifel betrieben. Gefördert werden unter anderem Schiefer, Gips, Bims und Basalt. Die vulkanischen Aktivitäten haben dazu geführt, dass in der Eifel viele Mineralquellen liegen. Die wichtigsten Produzenten von Mineralwasser sind die Marken Gerolsteiner, Apollinaris und Nürburg Quelle. Auch der Bierproduzent Bitburger ist in der Eifel zu Hause. Kaum vertreten in der Eifel ist hingegen die Industrie. Vor allem mittelständische Betriebe sind es, welche die heimische Wirtschaft prägen.