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Die "Eintracht" an der Impfkanüle

Die "Eintracht" an der Impfkanüle

TRIER. Die allgemeine Impfmüdigkeit ist zu einer Gefahr für die Bevölkerung geworden. Jetzt nutzen Gesundheitsämter und Ärztekammer die Vogelgrippen-Diskussion, um auf die Gefahren der ganz normalen Grippe aufmerksam zu machen. Bei einer Impfaktion in Trier macht sogar die "Eintracht" mit.

Der Aufwand ist groß. Gesundheitsministerin Malu Dreyer lässt sich öffentlich gegen Grippe impfen, und in Trier werden sogar die Spieler der "Eintracht"-Mannschaft anstehen, damit ihnen der Arzt den hilfreichen Pieks verpasst. Freilich erst in der kommenden Woche; die Teilnahme an einer Impfaktion auf der Gesundheitskonferenz am kommenden Mittwoch im Palais Walderdorff wurde abgesagt. Bei den Maßnahmen der Gesundheitsbehörden spielt die drohende Vogelgrippe zwar eine Rolle, steht aber nicht im Mittelpunkt. Die normale Grippe ist derzeit ungleich gefährlicher. Immerhin führt die Vogelgrippen-Diskussion jetzt dazu, dass die Sensibilität für die Gefahren der normalen Grippe zunimmt und mit ihr das Bewusstsein vom Sinn einer Impf-Vorsorge. In den vergangenen Jahren hatte die Impfmüdigkeit einen problematischen Höhepunkt erreicht hat. Nur noch 40 Prozent der Bevölkerung und nur noch 16 Prozent des Krankenhaus-Personals lassen sich gegen Grippe impfen. Grippe, im Fachdeutsch Influenza, ist nicht der harmlose "grippale Infekt", der im Volksmund eben "Grippe" heißt, sondern eine gefährliche Krankheit. Sie wird verursacht von Viren, die ihr Erbgut ständig verändern. Darum ist es mit nur einer Impfung im Leben nicht getan. Jedes Jahr beginnt der Wettlauf zwischen den Erregern und den Impfstoff-Entwicklern neu, und jedes Jahr ist erneut der Gang zum Arzt und der Griff zur Impfkanüle fällig. Impfwillige mussten in den vergangenen Wochen übrigens wieder heimgeschickt werden, weil es bei der Produktion des neuen Impfstoffs zu Verzögerungen gekommen war. "Unproblematisch", sagt Wolfgang Sauer, der in Morbach mit Kollegen eine Arztpraxis betreibt, "es ist noch nicht zu spät." Bis jetzt wurden bundesweit erst drei Grippefälle registriert. Die Diskussion über Sinn und Unsinn von Impfaktionen hat die Grippeimpfung bisher kaum berührt. "Die Impfung macht Sinn", sagt auch Klaus Hartmann, ein unabhängiger und impfkritischer Experte, der in Wiesbaden eine Praxis zu Impfstoffsicherheit und Impfschadensforschung betreibt, im Gespräch mit dem TV.