Die Fahndung läuft

SALMTAL. Nach dem brutalen Überfall auf eine 46-jährige Prostituierte am Dienstagnachmittag auf einem Parkplatz an der L 141 bei Salmtal (Kreis Bernkastel-Wittlich) laufen die Ermittlungen der "Sonderkommission 141" auf Hochtouren. Die Polizei ist zuversichtlich, den etwa 23 Jahre alten Täter zu fassen. Der Frau geht es inzwischen wieder besser.

Mittwochnachmittag, 14 Uhr. In unregelmäßigen Abständen ist das Piepsen der Metalldetektoren zu hören. Ein 25-köpfiger Suchtrupp von Polizisten und Mitarbeitern des Kampfmittelräumdienstes durchkämmt mit einem Spürhund das Gelände um den Parkplatz "Wolfsstellung" an der Landesstraße L 141 unweit von Salmtal. Dort ist am Tag zuvor gegen 16.25 Uhr eine 46-jährige Prostituierte Opfer eines brutalen Gewaltverbrechens geworden. Ein bislang unbekannter Mann stach mehrfach auf die Frau ein und flüchtete anschließend. Der Angreifer ist vermutlich 23 Jahre alt, 1,75 Meter groß und spricht akzentfreies Hochdeutsch. Er trug eine Jeans und ein grünes T-Shirt mit der Aufschrift "Portugal".Keine Spur von der Tatwaffe

Vor Ort hoffen die Polizisten darauf, weitere Spuren zu finden, vielleicht sogar die Tatwaffe: ein Messer mit einer etwa zwölf Zentimeter langen Klinge. In beide Fahrtrichtungen bewegen sich die Ermittler rund 200 Meter an der Straße entlang. Ohne Erfolg. Dennoch sind die Fahnder zuversichtlich: "Eines Tages kriegen wir ihn", sagt Hauptkommissar Alwin Stern. Die nach der Straße benannte "Soko 141" - ein 30-köpfiges Team um den Chef der Mordkommission, Bernd Michels, - sichert derweil bei der Untersuchung des Wohnmobils der Frau mehrere Spuren. Diese würden in den nächsten Tagen vom Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz ausgewertet, sagt Polizeisprecher Reinhard Rothgerber.

Der Ort des Geschehens ist seit mehreren Jahren dafür bekannt, dass Frauen dort tagsüber in Wohnmobilen käufliche Liebe anbieten. Wenn die Frauen auf Freier warten, sind sie meist allein, so auch das 46-jährige Opfer. Trotz ihrer schweren Verletzungen war die Frau nach dem Überfall noch in der Lage, die Wittlicher Polizei zu alarmieren. Zwar seien ihre Verletzungen lebensbedrohlich gewesen, mittlerweile gehe es ihr aber wieder besser. Sie habe sich sogar als "sehr gute Zeugin" erwiesen, sagt der Polizeisprecher. Nach Angaben des Opfers hatte der Täter bereits Stunden vor der Tat am Wohnmobil Kontakt zu ihr aufgenommen. Nach einem kurzen Anbahnungsgespräch habe er den Parkplatz aber wieder verlassen.

Gegen 16.25 Uhr tauchte der Mann dann plötzlich wieder auf, ging auf das Wohnmobil zu und stach vollkommen überraschend und brutal auf die Prostituierte ein. Der Überfall weckt Erinnerungen an einen erst drei Jahre zurückliegenden Fall. Anfang Januar 2003 wurde auf einem nur wenige Kilometer entfernten Parkplatz bei Hetzerath, der ebenfalls an der L 141 liegt, die Leiche einer 30-jährigen Kölner Prostituierten gefunden (der TV berichtete). Von dem Täter fehlt immer noch jede Spur. Ob die beiden Fälle möglicherweise etwas miteinander zu tun haben, wird noch geprüft. Dies gilt auch für eine Mordserie an Frauen, die derzeit in Hessen und Nordrhein-Westfalen für Aufruhr sorgt. Drei Frauen, darunter auch eine Prostituierte, hat der Mörder, vermutlich ein LKW-Fahrer, bereits auf dem Gewissen. Eine weitere Prostituierte überlebte nur knapp.

Zeugen werden gebeten, sich unter Telefon 0651/2019285 bei der Polizei zu melden.

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