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Die meisten Versicherten zahlen 2015 Zusatzbeiträge für die Krankenkasse

Die meisten Versicherten zahlen 2015 Zusatzbeiträge für die Krankenkasse

Die Mehrheit der Versicherten in Rheinland-Pfalz wird nichts von niedrigeren Beitragssätzen im Portemonnaie spüren. Denn obwohl die allgemeinen Beiträge ab kommendem Jahr sinken, wollen AOK und Co. im Gegenzug Zusatzbeiträge kassieren.

2015 sinkt der allgemeine Beitrag für die gesetzlichen Kassen von derzeit 15,5 auf dann 14,6 Prozent. Wenn jemand 2900 Euro im Monat brutto verdient, muss er derzeit 237,80 Euro Kassenbeitrag (8,2 Prozent) zahlen. Sein Arbeitgeber zahlt 7,3 Prozent (211,70 Euro). Mit dem nierigeren Beitragssatz würde der Versicherte auch nur noch 211,70 Euro zahlen, der Arbeitgeberanteil bleibt gleich. Doch für die meisten gesetzlichen Versicherten wird es wohl nicht günstiger. Denn die Finanzlage der Kassen ist angespannt. Die Ausgaben steigen, auch weil es mehr ältere Patienten gibt. Dagegen bleiben die Einnahmen weitgehend gleich. Daher würden "die meisten Kassen gar nicht darum herumkommen, Zusatzbeiträge zu erheben", sagt Irmgard Stippler, Chefin der Kasse AOK Rheinland-Pfalz/Saarland. Auch die AOK werde erstmals einen zusätzlichen Beitrag verlangen.

Wie hoch der sein wird, stehe noch nicht fest, sagt Stippler. Die gesetzlichen Kassen dürfen von ihren Versicherten zusätzliche Beiträge erheben, wenn sie mit dem Geld aus dem Gesundheitsfonds, in den alle Beiträge fließen, nicht mehr auskommen. Allerdings haben die Versicherten dann das Recht, die Kasse zu wechseln. "Wir rechnen damit, dass 2015 bundesweit viele gesetzliche Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben werden", sagt Sigrid Hansen, Sprecherin des Ersatzkassenverbands Rheinland-Pfalz. Bei Barmer GEK, Techniker Krankenkasse oder IKK Südwest heißt es, man könne noch nichts zur Höhe des künftigen Zusatzbeitrags sagen. Hansen rechnet damit, dass im kommenden Jahr der Zusatzbeitrag bei den meisten Kassen noch niedrig bleibt. Vermutlich werde er sich um 0,9 Prozentpunkte bewegen. Ab 2016 jedoch, so Hansen, könnte der durchschnittliche Kassenbeitrag samt Zusatzbeitrag auf über 16 Prozent steigen. Die Steigerung tragen dann aber allein die Arbeitnehmer. Der Arbeitgeberanteil bleibt auf Dauer unverändert bei 7,3 Prozent.