Die Minister und die Scherben

Die Minister und die Scherben

Eine ereignisreiche Woche liegt hinter den politischen Akteuren in der Landeshauptstadt. Für die Landesregierung verlief sie nicht sonderlich erfreulich. Erst musste Wirtschaftsminister Hendrik Hering beim Flughafen Hahn in letzter Sekunde die Reißleine ziehen und die Drei-Euro-Terminalgebühr stoppen, weil er zuvor kein aktives Krisenmanagement betrieben hatte.

Anstatt die gegensätzlichen Interessen der Hahn-Gesellschafter Fraport AG und Land Hessen auf der einen und Ryanair auf der anderen Seite unter einen Hut zu bringen, ließ er es darauf ankommen - und darf nun die Scherben wegkehren. Einen Besen braucht wohl auch Finanzminister Ingolf Deubel. Sein "geräuschloses" Engagement für den Nürburgring - wie er es nennt - ist ein gefundenes Fressen für die Opposition. Vom sonst so wortgewaltigen Regierungssprecher Walter Schumacher war in beiden Fällen übrigens nichts zu hören. Dafür reagierte er aber, als sein Herr und Meister, Ministerpräsident Kurt Beck, für seinen Besuch auf der Fregatte "Rheinland-Pfalz" in Wilhelmshaven gerügt wurde. Beck turne in der Republik herum, anstatt sich um die Soldaten im Land zu kümmern, wetterte CDU-Mann Hans-Josef Bracht. Schumacher konterte trocken, die Bundeswehr habe Beck eingeladen. Alle Ministerpräsidenten hätten die Fregatte besucht, ohne dass dies parteipolitisch jemals instrumentalisiert worden sei. Mit solchen Sticheleien haben Justiz-Staatssekretärin Beate Reich und ihr Freund, der stellvertretende SPD-Fraktionschef Alexander Fuhr, nichts am Hut. Die ehemalige Abgeordnete und der Sozialdemokrat haben sich im Parlament kennengelernt und sind jetzt ein glückliches Paar, wie sich bei Becks Neujahrsempfang zeigte.