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Die Mosel: Wo sie fließt und was es am Fluss zu entdecken gibt

Landschaft und Geschichte : Die Mosel: Wo sie fließt und was es am Fluss zu entdecken gibt

Die Mosel ist zweifellos einer der bekanntesten Flüsse Deutschlands. Das hat nicht nur mit dem Tourismus zu tun, sondern auch ganz wesentlich mit dem Weinanbau.

An ihren Ufern findet man einige der beliebtesten Tourismusgegenden Deutschlands. Sie ist eines der Top-Weinanbaugebiete, ein Grenzfluss, eine Schifffahrtsstraße und ein Symbol deutsch-französischer Freundschaft. Die Mosel und ihre Region haben viele Gesichter und laden dazu ein, einmal ein paar Tage Urlaub in den vielen kleinen Orten entlang des Flusses zu verbringen.

Wo entspringt und mündet die Mosel?

Die Mosel ist zwar einer der bekanntesten Flüsse in Deutschland, die Quelle liegt aber in Frankreich. Dort nennt man den Fluss Moselle. Die Quelle der Mosel liegt am Col de Bussang, einem Pass, in den Vogesen. Durch zahlreiche Nebenflüsse, die in die Mosel münden, wird der Fluss zum Strom.

Wo liegt die Mosel?

Die Mosel fließt durch das Saarland und durch Rheinland-Pfalz. Im Saarland bildet der Fluss die Grenze zu Luxemburg. Der Großteil der deutschen Mosel liegt in Rheinland-Pfalz. Insgesamt windet sich die Mosel über eine Strecke von rund 231,5 Kilometern durch die beiden Bundesländer, ehe sie in Koblenz in den Rhein fließt. Die Quelle der Mosel liegt jedoch in Frankreich. Insgesamt ist der Fluss rund 544 Kilometer lang und damit der zweitgrößte Nebenfluss des Rheins.

Der als Mittelmosel bezeichnete Flussabschnitt zwischen Trier und Reil sowie der als Untermosel bezeichnete Abschnitt zwischen Reil und Koblenz fließen durch Rheinland-Pfalz.

Welche größeren Städte liegen an der Mosel?

Auf französischem Gebiet gehören Metz und Épinal zu den größeren Städten, die an der Mosel liegen. In Luxemburg ist Schengen die bekannteste Stadt an der Mosel. In Deutschland sind es vor allem Trier und Koblenz, die als größere Städte bekannte Orte an der Mosel sind.

Wo ist es am schönsten an der Mosel?

Die Mosel hat viele schöne Plätze. Besonders schön ist die Gegend zwischen Bernkastel-Kues und Cochem im Moseltal. Dort windet sich die Mosel in besonders großen Mäandern. Man spricht auch von Moselschleifen. Entlang dieser Strecke liegen malerische kleine Orte, die für ihren Weinanbau bekannt sind, und es finden sich zahlreiche Burgen und Burgruinen.

Bernkastel-Kues zeichnet sich durch seine Fachwerkhäuser aus und wirkt daher besonders romantisch. Nicht weit entfernt liegt Traben-Trarbach. Von der oberhalb der Stadt gelegenen Burgruine hat man einen besonders schönen Ausblick über die Mosel. Moselabwärts wartet dann der Ort Zell, der mit der Zeller Schwarze Katz einen der bekanntesten Weine Deutschlands bereithält. Nicht weit entfernt liegt Alf. Das Ortsschild wurde früher des Öfteren gestohlen und war bei Fans der gleichnamigen Fernsehserie heiß begehrt.

In Bremm vollzieht die Mosel eine ihrer engsten Schleifen und ändert dadurch ihre Fließrichtung um fast 180 Grad. Die Schleife ist ein beliebtes Fotomotiv bei Instagram. Bremm ist zudem bekannt für den steilsten Weinberg Europas. Malerisch gelegen ist auch Beilstein. Der Ort beherbergt viele Fachwerkhäuser und wurde durch einen Film mit Heinz Rühmann deutschlandweit bekannt. Ein Höhepunkt an der Mosel ist schließlich die Reichsstadt Cochem. Der Ort ist die kleinste kreisfreie Stadt Deutschlands. Bekannt ist Cochem für seine Reichsburg und den ehemaligen Bunker der Bundesbank.

Was man an der Mosel gesehen haben muss

Die Mosel ist nicht nur bekannt für ihren Wein und die Landschaft, die sich besonders fürs Radfahren eignet. Die Mosel hat auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten an und vor allem oberhalb ihrer Ufer zu bieten. Eine ganze Reihe davon gibt es zum Beispiel in Trier. Dort liegt mit der Porta Nigra eines der berühmtesten Bauwerke römischer Zeit nördlich der Alpen. Das ehemalige Stadttor war sogar auf der Zwei-Euro-Münze im Rahmen der Bundesländerserie zu sehen. Der Trierer Dom ist die älteste Bischofskirche Deutschlands und die Liebfrauenkirche eine der frühestens gotischen Kirchen Deutschlands.

In Bernkastel-Kues sollte man die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert gesehen haben. Auf jeden Fall sehenswert ist das Brückentor in Traben-Trarbach. Es wurde vom Architekten Bruno Möhring errichtet. Ein Geheimtipp ist die älteste Minigolfanlage Deutschlands. Sie stammt aus dem Jahr 1955.

In Pünderich können Besucher das rund 800 Meter lange Hangviadukt bewundern. Es hat 92 Bögen und ist das längste in Deutschland. Generell einen Besuch wert sind die zahlreichen Burgen und Ruinen. Zu den sehenswertesten gehören die Burg Arras in Alf, die Burgruine Metternich in Beilstein, die Marienburg in der Nähe von Zell, die Reichsburg in Cochem und, etwas abseits der Mosel gelegen, die Burg Eltz.

Ein Höhepunkt eines jeden Moselurlaubs ist der Besuch des Deutschen Ecks in Koblenz. Dort mündet die Mosel in den Rhein. Am Deutschen Eck steht zudem eine Reiterstatue von Kaiser Wilhelm I. Auf der anderen Rheinseite thront die Festung Ehrenbreitstein aus dem 16. Jahrhundert.

Da die Orte an der Mosel meist nicht weit entfernt voneinander liegen, kann man sie auf dem Mosel-Radweg oder beim Wandern erkunden. Das Angebot an Hotels, die Gäste willkommen heißen, ist riesig. Und natürlich ist der Moselwein, meist ein Riesling, ein Genuss und darf bei keinem Kurzurlaub fehlen.

Wofür gibt es die Internationale Moselkommission in Trier?

Die Mosel ist nicht nur ein Fluss und ein Naherholungsgebiet, sie ist auch eine internationale Schifffahrtsstraße. Aus diesem Grund bildete sich 1960 die Internationale Moselkommission, die ihren Sitz in Trier hat. Vertragspartner sind Deutschland, Frankreich und Luxemburg. Aufgabe der Kommission ist es, die Interessen der Schifffahrt zu fördern. Grundlage der Kommission ist der aus dem Jahr 1956 stammende und von allen drei Mitgliedsstaaten unterzeichnete Vertrag über die Schiffbarmachung der Mosel, der auch als Moselvertrag bekannt ist. Entstanden ist der Vertrag auf Drängen Frankreichs, das Industriegebiete in Lothringen mit Rotterdam verbinden wollte. Die Bauarbeiten zur Schiffbarmachung begannen 1958 und endeten bereits 1964. Seit damals ist die Mosel von Metz bis Koblenz eine Schifffahrtsstraße.

Wo gibt es Staustufen an der Mosel?

Im Zuge der Schiffbarmachung wurden entlang der Mosel 28 Staustufen installiert. Zehn davon liegen in Deutschland und zwei im deutsch-luxemburgischen Grenzgebiet. Die zehn deutschen Staustufen liegen in Koblenz, Lehmen, Müden, Bruttig-Frankel, St. Aldegund, Enkirch, Zeltingen-Rachtig, Wintrich, Detzem und Trier. Die beiden Staustufen an der Grenze befinden sich in Wellen und Palzem.

Wie viel Weinanbau gibt es an der Mosel?

Zum Weinanbaugebiet Mosel gehören auch die Nebenflüsse Saar und Ruwer. Insgesamt erstreckt sich das Weinanbaugebiet damit auf rund 8680 Hektar Rebflächen. 98 Prozent davon liegen in Rheinland-Pfalz. Es gibt rund 60 Millionen Rebstöcke, die rund 2850 Winzerbetrieben gehören. Rund 3400 Hektar Anbaufläche befinden sich in Steillagen. Damit ist das Gebiet das größte Steillagenanbaugebiet der Welt. Der Calmont zwischen Bremm und Ediger-Eller ist mit 68 Prozent Gefälle der steilste.

Im Jahr 2020 produzierten die Winzer auf ihren Weingütern rund 810.000 Hektoliter Wein. 80 Prozent der Moselweine werden in Deutschland vermarktet. Auf dem Großteil der Anbaufläche in der Moselregion, auf rund 62,2 Prozent, wird Riesling angebaut.