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Die Reben der Mosel sind weltweit begehrt

Die Reben der Mosel sind weltweit begehrt

Mit ihren Nebenflüssen Saar und Ruwer bildet die Weinbauregion Mosel das älteste Weinanbaugebiet Deutschlands. Ein Drittel der Weine geht mittlerweile in den Export - vor allem in die USA.

Es sind die steilen Schieferhänge entlang der Mosel, Saar und Ru-wer, die ideale Bedingungen für den Anbau der Rieslingrebe bieten. Durch die Hangneigung ist der Einfallswinkel der Sonnenstrahlung ideal. Zudem speichert der Schiefer die Wärme, gibt diese dann auch nachts an die Reben ab und sorgt so für ein insgesamt milderes Klima. Das wussten schon die Römer, die im ersten Jahrhundert nach Christus an den steilen Hängen Reben anbauten.
Es wird sogar vermutet, dass bereits die Kelten, die den Wein ebenfalls als Genussmittel zu schätzen wussten, schon 600 Jahre vorher in der Region als Weinbauern tätig waren. Doch gibt es dafür bislang keine eindeutigen Belege. Was man allerdings weiß, ist die Tatsache, dass die Entwicklung des Weinbaus zum Ende des Römischen Reiches vor allem von Klöstern geprägt wurde. So brachte beispielsweise im Hochmittelalter der Zisterzienserorden sein Weinwissen aus Burgund an die Mosel.
Der letzte Trierer Kurfürst, Erzbischof Clemens Wenzeslaus von Sachsen, verfügte zudem im 18. Jahrhundert Maßnahmen zur Förderung des Qualitätsweinbaus, die vor allem den Rieslinganbau und damit die Region bis heute prägen. Das Ende des klösterlichen Weinbaus kam schließlich im Zuge der Französischen Revolution und der damit verbundenen Säkularisierung.
Die kirchlichen Weingüter gingen an adelige und bürgerliche Besitzer über, die dann zum Ende des 19. Jahrhunderts von der großen Blütezeit des Moselweins profitierten. Die in den Steillagen angebauten Rieslinge wurden zu den begehrtesten und teuersten Weißweinen der Welt und an den Höfen der Monarchen von London bis St. Petersburg genossen. Und das sogar zu höheren Preisen als die berühmtesten Bordeaux- und Burgundweine. Mittlerweile hat sich das wieder relativiert. Doch begehrt ist der Wein der Mosel nach wie vor. Vor allem der Riesling.
Von den 8884 Hektar Rebfläche, die von etwa 5000 Winzern entlang des 240 Kilometer langen Weinbaugebiets bewirtschaftet werden, wird dementsprechend auch auf rund 60 Prozent der Fläche Riesling angebaut. Die Mosel, das älteste und fünftgrößte der insgesamt 13 deutschen Weinanbaugebiete, ist damit die weltweit bedeutendste Herkunftsregion dieser Rebsorte. Der spät reifende Riesling hat an Mosel, Saar und Ruwer genug Zeit, eine große Aromenvielfalt und Feinheit zu entwickeln. An der Oberen Mosel (auch südliche Weinmosel genannt) zwischen Trier und französischer Grenze dominieren keine Schiefersteillagen. Dort ist das Tal insgesamt weiter, die Hänge weniger steil, während im Boden Muschelkalk und Tonmergel dominieren. Aus geologischer Sicht wird die Obermosel dem Pariser Becken zugeordnet und ähnelt vom Boden her der Champagne. Entsprechend wird dort auch weniger Riesling, sondern vor allem Elbling angebaut. Elblingweine gelten als frische, trockene und unkomplizierte Tropfen, die sehr gut zu Fischgerichten und Meeresfrüchten passen. Rund sechs Prozent der Weinbaufläche sind mit Elbling bestockt, der damit nach dem Müller-Thurgau/Rivaner (14 Prozent) den dritten Platz belegt.
Doch während Müller-Thurgau und auch Kerner in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren haben, werden vor allem an der oberen Mosel neben Elbling zunehmend auch Weißer und Grauer Burgunder sowie Auxerrois und Chardonnay gepflanzt. Zudem wird seit Ende der 80er Jahre auch wieder verstärkt Rotwein (vor allem Spätburgunder und Dornfelder) angebaut. Mittlerweile sind mehr als neun Prozent mit roten Rebsorten bestückt. Bis zu einer Million Hektoliter Wein, davon rund 90 Prozent Weißwein, werden jedes Jahr im Weinbaugebiet Mosel hergestellt. Rund 60 Prozent der Produktion werden von den Winzern an Genossenschaften und Kellereien geliefert, der Rest wird von den Weingütern selbst abgefüllt und vermarktet. Der Anteil lieblich-süßlicher Weine liegt bei rund 60 Prozent, die restlichen 40 Prozent sind trockene und halbtrockene Erzeugnisse.
Gemessen an Menge und Wert ist die Mosel am gesamten deutschen Weinmarkt mit rund acht Prozent vertreten. Etwa ein Drittel der Moselweine geht in den Export und dort vor allem in die USA, die Niederlande, nach Norwegen, Großbritannien, Kanada, Japan und Belgien, aber auch nach China, Peru und Neuseeland. Und auch in den europäischen Weinnationen Frankreich, Italien und Spanien genießt der Wein der Mosel große Anerkennung.