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Die Region wird für Einwanderer immer attraktiver

Die Region wird für Einwanderer immer attraktiver

Der Anteil ausländischer Bürger, die in der Region Trier wohnen, hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten mehr als verdoppelt. 6,28 Prozent der 513 000 Einwohner haben keine deutsche Staatsbürgerschaft. Experten sehen darin eher Chancen als Probleme.

Trier. Sie haben einen französischen, russischen, holländischen, polnischen, oft auch luxemburgischen Pass. Aber sie sind Bürger der Region Trier, meist über viele Jahre. 1990 waren es noch 13 700 Ausländer in der Stadt Trier und den vier Landkreisen, heute sind es mehr als 32 000. Dabei nicht eingerechnet sind die Aus- und Übersiedler aus der ehemaligen Sowjetunion, die mit der Niederlassung die deutsche Staatsbürgerschaft erhielten.

Trotz der hohen Steigerungsrate: Die Zahl sei "noch moderat", sagt Soziologie-Professor Waldemar Vogelgesang von der Uni Trier. Und auch wenn es so weitergeht: Der Wissenschaftler sieht keine Probleme, "solange es nicht zu schnell geht und keine räumliche Ballung der Zuwanderer auftritt". Im Gegenteil: Die Neu-Bürger brächten "kulturelle Vielfalt und Bereicherung auch in ländliche Regionen".

Ein starker Trend der letzten Jahre ist die Ansiedlung von Luxemburgern. Doch das sind in der Regel keine "Arbeits-Immigranten", sie kommen meist nur zum Wohnen nach Deutschland.

Die regionale Wirtschaft zielt aber darauf ab, fachlich versierte Arbeitskräfte und Ausbildungswillige aus ganz Europa anzulocken. Furore machte im letzten Jahr eine Initiative der Kammern und der Arbeitsagentur, Ausbildungsstellen bis hin nach Spanien auszuschreiben. Auf eine Befragung hin wurden 100 Stellen angeboten. "Wir sind mittendrin im Vermittlungsprozess", sagt Isabell Juchem von der Arbeitsagentur Trier, muss aber auch feststellen, die Aufgabe sei "sehr beratungsintensiv".

Das Handwerk will sich nun zur Deckung des Nachwuchs-Bedarfs verstärkt im näheren Umkreis umschauen. "Angesichts der Jugendarbeitslosigkeit in Lothringen müsste es da eine große Nachfrage geben", vermutet der Trierer Kreishandwerksmeister Herbert Tschickardt.