Dieser Tag soll heilig bleiben

Dieser Tag soll heilig bleiben

Ein bisschen Wehmut schwang mit bei der Vollversammlung des Katholikenrats in der katholischen Akademie. In seiner letzten Sitzung der Legislaturperiode diskutierte das oberste Laiengremium im Bistum Trier über aktuelle sozialpolitische Themen wie den Stellenwert der Familie, Sonntags- und Leiharbeit.

Trier. "Jeder sollte überlegen, ob er sonntags tanken oder Brötchen kaufen muss", fordert Manfred Thesing, Vorsitzender des Katholikenrats (KR) im Bistum Trier, bei dessen Vollversammlung in der katholischen Akademie. "Wir möchten der Ausweitung der Sonntagsarbeit Einhalt gebieten", ergänzt José-Alberto Haro-Ibañez vom Sachausschuss Gesellschaft und Soziales. Sie gehe auf Kosten der Arbeitnehmer und treffe besonders Familien. "Der Sonntag ist heilig", stehe in der Bibel und sei auch im Grundgesetz verankert.

Die letzte KR-Vollversammlung der laufenden vierjährigen Legislaturperiode war geprägt vom Thema Verabschiedung. Bei der nächsten Sitzung Mitte Oktober werden von den 55 Vertretern der Dekanate und kirchlichen Verbände 26 neu sein. Verabschiedet wurden auch der stellvertretende Vorsitzende Winfried Görgen, neuer Leiter des Stiftungszentrums des Bistums, und Bernd Morgen aus Gusterath.

Anerkennung durch Weihbischof Brahm



Die Sachausschüsse ließen die Arbeit der vergangenen vier Jahre Revue passieren. "Die Dekanatsreform hat uns sehr beschäftigt", sagt Thesing, der erneut für den Vorsitz kandidieren wird. Dieses Engagement der Laien erhielt besondere Anerkennung durch Weihbischof Robert Brahm. Im Generalvikariat habe die Ehrenamts-Arbeitsgruppe eine neue Diskussion angeregt.

Der Antrag zur Ablehnung der gängigen Praxis der Leiharbeit wurde vertagt, "weil wir gewisse Punkte noch präziser ausformulieren müssen", sagt der Vorsitzende. Dass Leiharbeiter gleiche Rechte erhalten sollten, sei Konsens. Die Frage sei, ob bei der Zeitarbeitsfirma oder im Betrieb. Hilfe benötigten zudem Familien, jedoch keinen staatlichen Eingriff. Thesing: "Auch wir als Kirche müssen uns neue Modelle ausdenken", sei es im Kindergarten oder in der Katechese. "Wir müssen Fantasie entwickeln, wie wir die Menschen stärken."

Aktuell diskutiert wurde die Arbeit der katholischen Friedensbewegung Pax Christi, die vor 60 Jahren ins Leben gerufen wurde und deren Präsident Altbischof Hermann Josef Spital von 1986 bis 2002 war. Vieles, was Pax Christi vertrete, finde sich in der Arbeit des Katholikenrates wieder, erklärt Thesing.

Kritisch bewertet der Rat das Scheitern der Gespräche der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf. Nun bestehe die Chance, dass sie reformiert werde, um die Armut in der Welt zu bekämpfen. Gefahr sieht der Vorsitzende in einer Aushöhlung des Embryonenschutz-Gesetzes. "Hände weg davon", fordert er. "Die derzeitige Regelung ist die, der wir maximal zustimmen können."

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