Diskussion zum Thema Silvesterfeuerwerk

Kostenpflichtiger Inhalt: Feuerwerk : Wie lange ist das Böllern an Silvester noch erlaubt?

Erste Händler wollen den Verkauf von Feuerwerk stoppen – auch im Raum Trier. Manche Kommune denkt daran, die Regeln zu verschärfen, um das Klima zu schützen.

Tausende Menschen aus Trier, Eifel und Hunsrück feiern den Beginn des neuen Jahrzehnts am 1. Januar 2020, indem sie Raketen in den Himmel schießen und mit Böllern ballern. Doch ob es in einem Jahr noch überall im Raum Trier großes Feuerwerk-Spektakel geben wird, steht in Zeiten des Klimaschutzes in den Sternen.

Städte in der Region schließen Verbote nicht aus, viele Händler erwägen, auf den Verkauf von Feuerwerk zu verzichten, zeigen Anfragen unserer Zeitung. In diesem Jahr behalten die meisten Verkäufer die Böller im Sortiment, weil sie an Verträge gebunden seien und Bestellungen bereits im Frühjahr aufgegeben hätten, als die Klimadebatte noch nicht angelaufen sei, sagen regionale Händler hinter vorgehaltener Hand.

Auch der Baumarktriese Hornbach verkauft daher in diesem Jahr noch Feuerwerkskörper, stoppt die Knallerei aber im kommenden Jahr – auch in der Filiale in Trier, bestätigt ein Hornbach-Sprecher, der auf den Schutz von Tieren und Umwelt verweist. Aldi, Lidl, Kaufland und Real kündigen an, an Raketen und Böllern festhalten zu wollen, weil Kunden es so wünschten. Einzelne Händler von Rewe und Edeka verzichten auf einen Feuerwerksverkauf.

Georg Kern, Landeschef des Einzelhandelsverbandes, geht höchstens von „Einzelfällen“ aus, die in diesem Jahr auf einen Verkauf verzichten. Der Verband lehne es ab, Händlern eine Empfehlung zu geben. „Jeder soll verkaufen, was er will“, sagt der Trierer.

Die Deutsche Umwelthilfe will die Händler Anfang 2020 auffordern, den Feuerwerksverkauf komplett einzustellen, sagt der Vorsitzende Jürgen Resch. Er hoffe, dass ein Ruck durch die Gesellschaft gehe und Menschen in diesem Jahr weniger Böller und Raketen kauften. Die Umwelthilfe warnt vor gesundheitsschädlichem Feinstaub und fordert Städte auf, lieber auf Lasershows an Silvester zu setzen.

Für ein Feuerwerksverbot in der Innenstadt, wie es Mayen erlassen hat, gebe es in der Stadt Trier keine Pläne. Feuerwerk sei in der Innenstadt offenbar mehrheitlich akzeptiert, aus Krankenhäusern oder Altenheimen habe es in den vergangenen Jahren keine nennenswerten Beschwerden gegeben, sagt Sprecher Michael Schmitz.

Auch Bitburg verschärft die Regeln zum Jahreswechsel nicht. „Ob dies in Zukunft geschehen wird, muss noch eruiert werden“, sagt Sprecher Werner Krämer, der den Gesetzgeber und kommunale Spitzenverbände gefragt sieht, einheitliche Regeln zu schaffen.

In Wittlich sei ein Verbot oder eine Reglementierung von Feuerwerk sicherlich ein interessantes Diskussionsthema für den Runden Tisch „Klimaschutz“, der im kommenden Jahr auf Antrag der Grünen im Wittlicher Stadtrat installiert werde, sagt Sprecher Rainer Stöckicht.

Der Dauner Stadtbürgermeister Friedhelm Marder sieht keinen Anlass, das Silvesterfeuerwerk zu verbieten. Wahrscheinlich werde eine Lasershow aber das Kirmesfeuerwerk ersetzen.

Händlern spült der Feuerwerksverkauf um Silvester, der heute startet, mehr als 130 Millionen Euro in die Kassen. Die Mehrheit der Deutschen (57 Prozent) spricht sich für ein Böllerverbot aus, zeigt eine Umfrage der Meinungsforscher von YouGov. 36 Prozent sind dagegen, sieben Prozent unschlüssig.