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Doppelt so viel Regen wie sonst: Der Winter ist zu warm und zu nass

Doppelt so viel Regen wie sonst: Der Winter ist zu warm und zu nass

Meteorologen zufolge ist es für die Jahreszeit deutlich zu mild und zu nass - ein Winter, wie es ihn wegen des Klimawandels künftig öfter geben könnte. Derzeit zeigt sich, was solche Winter mit sich bringen: Die Natur legt deutlich früher los, die Flüsse schwellen an, beim Streusalz werden Millionen eingespart und an Wintersport ist nicht zu denken.

Trier. Die ersten Vögel balzen schon, Allergiker leiden ungewöhnlich früh unter blühenden Haselsträuchern und die Skilifte der Region stehen still - von einem richtigen Winter kann derzeit keine Rede sein. Nach Auskunft von Meteorologen ist es in der Region Trier für die Jahreszeit deutlich zu warm und zu nass. Mit Durchschnittstemperaturen von 4,8 Grad (das sind drei Grad mehr als üblich) gehört der Dezember 2011 sogar zu den fünf wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Statt Schnee fällt diesen Winter Regen - und zwar doppelt so viel wie normalerweise. Dementsprechend hoch sind derzeit auch die Pegelstände an den Flüssen der Region. Sind all dies Folgen des Klimawandels?
Ein Einzelereignis sei noch kein Indiz für einen Trend, sagt Uwe Kirsche vom Deutschen Wetterdienst. Allerdings passe das aktuelle Wetter sehr gut ins Bild von dem, was die Zukunft bringen soll. Denn die Klimaforschung erwartet mildere und nassere Winter.
Welche Folgeerscheinungen diese mit sich bringen, lässt sich derzeit gut beobachten. Für manche sind sie erfreulich, für andere weniger. So kann sich der Landesbetrieb Mobilität über Einsparungen in Millionenhöhe freuen. Bleiben Zigtausende Tonnen Streusalz doch im Lager liegen, statt - wie im schneereichen Winter 2010 - auf den Straßen der Region zu landen. Auch die Landwirte finden das Wetter prima, weil die Böden nach dem extrem trockenen November nun wieder gut durchfeuchtet sind. Und alle, die eine Heizrechnung zu bezahlen haben, können hoffen, dass sie Geld zurückbekommen.
Die Betreiber der heimischen Skigebiete hingegen beklagen enorme Einbußen. Etwa 35 Prozent des zu erwartenden Umsatzes sind jetzt schon verloren. Und Schnee ist keiner in Sicht. Frost ebenso wenig, weshalb es keinen Eiswein geben wird.
Auch auf die Natur wirkt sich das warme Wetter aus: Viel zu früh haben Vögel mit der Balz begonnen, Igel wachen aus dem Winterschlaf auf, und statt im Februar hat die Haselblüte schon Ende Dezember begonnen. Kurz: Bisher ist der Winter ausgefallen.