Draußen vor der Tür
Totales Chaos oder prima Klima an der Uni Trier? Während des TV-Forums im Audimax am Mittwochabend lagen die Meinungen der Studenten und der Universitäts-Leitung weit auseinander.
Trier. "Die Universität Trier steckt keinesfalls in einer Krise", betonte Präsident Peter Schwenkmezger zu Beginn der Diskussion im Audimax, an der gut 100 Studenten und Dozenten teilnahmen. "In vielen Fächern, beispielsweise in der Mathematik, hat sich die Betreuungs-Relation zwischen Dozenten und Studenten deutlich verbessert." Der Professor der Psychologie zog auch ein erstes Fazit der Umstellung auf die neuen Bachelor- und Master-Studiengänge. "Der Übergang war mit einer erhöhten Beratungs-Intensität verbunden, lief aber problemlos ab."Vor diesem Hintergrund stellte sich die Frage, worüber sich denn der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) überhaupt aufregt. "Unsere Hochschule ist strukturell unterbesetzt und unterfinanziert", betonte dessen Repräsentant Branimir Mance. "Man darf die Dinge nicht schönreden", räumte Vizepräsident Wolfgang Klooß ein. Dennoch beruhten manche Problemdarstellungen auf einer "selektiven Wahrnehmung". Die Restrukturierung der Uni sei ein komplexer Prozess, den man nicht ad hoc erledigen könne. Tobias Schneider, Mitglied des Studierendenparlaments, wollte diese Darstellung so nicht stehenlassen. "Die Überfüllung ist ein gravierendes Problem", betonte er. "14 000 Studierende auf 7000 Studienplätzen sind keine Bagatelle." Außerdem sehe er kein Gesamtkonzept, das zeige, "in welche Richtung diese Universität im nächsten Jahr steuert".Der Protestmarsch, mit dem in Koblenz mehr als 1000 Studenten gegen die aus ihrer Sicht negativen Studienbedingungen demonstrierten, prägte ebenfalls die Diskussion.Herrscht in Trier eine "gewisse Ohnmacht"?
"Ist die Protest-Bereitschaft der Trierer Studenten geringer?", fragte Moderator Dieter Lintz. Banimir Mance sprach von einer "gewissen Ohnmacht"."Niemand wird aus Seminaren herausgeworfen, weil diese überfüllt sind", hatte Präsident Schwenkmezger im Vorfeld des Forums betont. Damit provozierte er den Widerspruch des Auditoriums. "Uns liegen Mails und Aussagen von Studenten vor, die das Gegenteil beweisen", erklärte eine Repräsentantin des Asta und erinnerte an die Aktion "Miese Studienbedingungen melden", in deren Verlauf genau solche Fälle auftauchten.Die Trierer Zahlen ließen sich zudem nicht beschönigen: Doppelt so viele Studenten wie Studienplätze sprechen eine deutliche Sprache. "Aber es ist doch inzwischen so, dass quasi jede deutsche Universität ein solches Zahlenverhältnis hat", sagte der Präsident.Eine ausführliche Berichterstattung folgt in der TV-Ausgabe vom Freitag.