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Dreyer sieht keinen Bedarf im Land für Ankerzentrum

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Foto: Arne Dedert/Archiv
Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Foto: Arne Dedert/Archiv FOTO: Arne Dedert
Trier. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sieht in ihrem Bundesland keinen Bedarf für ein sogenanntes Ankerzentrum für Asylbewerber. „Wir haben im Moment da keine Not, weil wir gut organisiert sind, deshalb können wir jetzt einfach mal betrachten, was an den Modellstandorten passiert“, sagte die Regierungschefin am Freitag der Deutschen Presse-Agentur nach einem Besuch der Zentralstelle für Rückführungsfragen (ZRF) in Trier. dpa

Auf die Einrichtung der Ankerzentren hatten sich Union und SPD in den Koalitionsverhandlungen im Bund geeinigt. In den Zentren sollen auch Asylverfahren abgewickelt werden. Wer nicht als Flüchtling anerkannt wird, soll direkt aus dem Zentrum abgeschoben werden. Bislang sind mehrere andere Bundesländer dafür im Gespräch.

Dreyer betonte, in Rheinland-Pfalz arbeiteten die Behörden, die mit Asylbewerbern und Abschiebungen zu tun hätten, bereits sehr eng zusammen. Der stellvertretende Regierungssprecher Guiseppe Lipani ergänzte, ohnehin sei nicht in jedem Bundesland ein Ankerzentrum geplant - und „Rheinland-Pfalz ist nicht gefragt worden“. Auch das rheinland-pfälzische Integrationsministerium erklärte, es sehe Ankerzentren „ausgesprochen kritisch“, weil hier sehr viele Menschen längere Zeit auf engem Raum zusammenleben müssten.