Rheinland-Pfalz Dreyers Appell in der Corona-Krise: Auf Familienunternehmungen an Ostern verzichten

Trier/Mainz/Berlin · Scharfe Kontaktverbote bleiben bis nach den Feiertagen bestehen. Ob es danach Lockerungen gibt, bleibt nach einem Gespräch zwischen Bund und Ländern offen.

Dreyers Appell in der Corona-Krise: Auf Familienunternehmungen an Ostern verzichten
Foto: dpa/Peter Endig

Die Menschen in Deutschland sollen an den Ostertagen möglichst auf Familienunternehmungen und Reisen verzichten, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Daran appellierte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nach einer Telefonkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Regierungschefs aller Bundesländer. „Viele Menschen freuen sich auf die Ostertage, in der Familien und Freunde zusammenkommen. Deswegen ist das eine traurige Nachricht. Ich möchte aber alle Rheinland-Pfälzer bitten, am besten zuhause zu bleiben, nicht zusätzliche Menschen zu treffen und keine Ausflüge zu machen“, sagte die Triererin in einer Pressekonferenz, die das Land live streamte und bei der Journalisten ihre Fragen telefonisch stellen mussten.

Dreyer sprach von einer „großen Verpflichtung“, ältere und vorerkrankte, jüngere Menschen vor einer Infektion mit dem Virus zu schützen. Die rheinland-pfälzische Regierungschefin verteidigte auch den gemeinsamen Beschluss aller Länderchefs und der Kanzlerin von Mittwoch, die scharfen Kontaktregeln mindestens zum 19. April gelten zu lassen. An dem Tag enden in den meisten Bundesländern die Osterferien.

Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zeigten zwar einen ersten Effekt, was die Zunahme an Infektionen angehe, sagte Dreyer. Das genüge aber nicht. „Wir brauchen weiter ein Absinken der Kurve und die Chance für Krankenhäuser, so aufrüsten zu können, dass sie Infizierte gut behandeln können, wenn sie in die Kliniken kommen“, sagte Dreyer, die betonte: „Jeden Kontakt, den man vermeiden kann, sollte man auch vermeiden.“ Sie sei sich „bewusst, wie groß die Entbehrungen in vielen Bereichen sind“, sagte die Triererin.

In einer gemeinsamen Beschlussvorlage von Bund und Ländern hieß es am Mittwoch: Die Bürger „bleiben angehalten, auch während der Osterfeiertage Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.“ Die Deutschen werden demnach mit Blick auf das Osterfest und die in den Ländern anstehenden Osterferien aufgefordert, „generell auf private Reisen und Besuche auch von Verwandten zu verzichten“. Dies gelte auch im Inland und für überregionale tagestouristische Ausflüge, heißt es in dem Papier weiter. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) riet, Menschen in Deutschland sollten generell auf private Reisen und Besuche – auch von Verwandten – verzichten. „Eine Pandemie kennt keine Feiertage“, so Merkel. Und: „Bleiben Sie weiter stark und halten Sie die Regeln ein.“

Am Dienstag nach Ostern würden Bund und Länder die Lage unter anderem auf Basis der Daten des Robert Koch-Instituts neu bewerten. Ob es danach Lockerungen geben könne, sei vollkommen offen, wurde aus Teilnehmerkreisen betont.

Bund und Länder hatten am 22. März Ansammlungen von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit in ganz Deutschland für zunächst zwei Wochen verboten – ausgenommen sind Angehörige, die im eigenen Haushalt leben. Restaurants mussten schließen, ausgenommen ist die Lieferung von Speisen für zu Hause. Auch Friseurläden wurden dicht gemacht. Wer sich nicht an die Regeln hält, dem drohen Strafen.

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